Melpomene/Band 1/091 Bei dem Grabe der Magdelena Lerch, die im Wochenbette starb

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aus: Melpomene
Seite: Band 1, S. 282–283
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[282]

91. Bei dem Grabe der Magdelena Lerch, die im Wochenbette starb.

Melod. IV.

1. Ganz unvermuthet stehen
Wir hier an diesem Grab
In tiefer Trauer, und sehen
Im Thränenblick hinab,

2. Denn ach! es ruht die Leiche
Von einem Weib darin,
Die, stark wie eine Eiche,
Dem Tod zu trotzen schien.

3. Allein die zehent Entbindung
Nahm ihr die Lebenskraft;
Durch ihres Bluts Verschwindung
Ward sie dahingerafft.

4. Zur Rettung ihres Lebens
Ward Alles angewandt;
Allein es war vergebens,
Ihr Lebenshauch verschwand.

5. Doch denkt: daß nur die Hülle
Von ihr in Staub zerfällt,
Sie selbst des Höchsten Wille
Den Sel’gen beigesellt.

6. Voll Menschenliebe lebte
Wohlthätig stets ihr Herz,
[283] Und ihre Seele strebte
Beständig himmelwerts.

7. Sie trug der Krankheit Schmerzen
Mit christlicher Geduld,
Bereute stets von Herzen
Der Sünden große Schuld.

8. Und noch vor ihrem Ende
Empfieng sie würdig auch
Die heil’gen Sakramente
In Jesu Gnadenhauch.

9. So starb sie ohne Beben
Als eine Martirin,
Und gab ihr junges Leben
Dem Herrn zum Opfer hin.

10. Dieß also soll uns trösten,
Wenn uns ihr Tod betrübt:
Daß dort bei den Erlößten
Ihr Jesus Gnade giebt.