Melpomene/Band 2/007 Bei dem Grabe des Hrn. Benedikt Dilger, Grabenmüllers bei Berkheim

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aus: Melpomene
Seite: Band 2, S. 34-36
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7. Bei dem Grabe des Hrn. Benedikt Dilger, Grabenmüllers bei Berkheim.

Melod. V.

Tiefe Trauer fühlen unsre Seelen
Bei dem Grab des edlen Mannes hier.

1. Ach zu früh für seine Lieben
War der Tod ihm vorgeschrieben,
Und in tiefer Trauer klagen wir.

2. Ja bei seiner jungen Leiche
Jammern Arme, klagen Reiche,
Denen er so vieles Gute gab.
[35]
3. Denn er war der Waisen Vater,
Und der Wittwen Schutz und Rather,
Und der Schwachen ungebeugter Stab.

4. Alle Leiden zu versüssen,
Wischte er, wo Zähren fliessen,
Sie mit liebevollen Händen ab.

5. Ach und doch! wie früh und plötzlich
Brach im Tod, wie unersetzlich!
Seines Erdelebens Wanderstab.

6. Zwar er athmete schon lange
Schwer, und immer klopfte bange,
Und beklommen sein so edles Herz,

7. Und er sah nicht ohne Beben
In Gefahr sein junges Leben;
Doch er sah voll Hoffnung himmelwerts.

8. Ja schon lange trug mit Schmerzen
Er den Todeskeim im Herzen,
Und er fieng sich zu entwickeln an.

9. Zwar die Hoffnung zum Genesen
Ist noch unser Trost gewesen,
Nach der weisen Ärzte Heilungsplan.

10. Aber ach! in zehn Sekunden
War sein Leben schon verschwunden,
Und sein Geist erhob sich himmelwerts.

11. O, und welche tiefen Wunden
Hat in Innersten empfunden
Seiner Freunde mitleidvolles Herz!
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12. Alle, die ihn kannten, weinen
Laut um ihn, und finden keinen,
Ach! sie finden keinen Trostesgrund;

13. Als: weil er die Tugend übte,
Gott und seinen Nächsten liebte,
Stand er stets mit Gott im Gnadenbund.

14. Ihm ist also wohl gegangen,
Weil er nun nach tausend bangen
Leidensstunden wahre Ruhe fand;

15. Sicher wird er nun dort oben
Gottes Weisheit ewig loben
Dort in unserm wahren Vaterland.

16. Denn nicht ohne Gottes Leitung,
Und nicht ohne Vorbereitung,
Schlief er ein in sanfter Todeshand.

17. Dieses also soll uns trösten:
Daß er dort bei den Erlössten
Jesum, seinen Richter, gnädig fand.

18. Und in jenen sel’gen Höhen
Werden wir ihn wieder sehen;
Seine Tugend ist das Unterpfand.

19. Wenn auch wir das Gute üben,
Dann belohnet sicher drüben
Für die Tugend uns des Richters Hand.