Melpomene/Band 2/025 Bei dem Grabe eines Mannes, der am Schlagfluß starb

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aus: Melpomene
Seite: Band 2, S. 83–85
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[83]

25. Bei dem Grabe eines Mannes, der am Schlagfluß starb.

Melod. VIII. IV.

1. Endlich ruht von seinen Leiden
Unser Bruder hier im Grab,
Der mit hoffnungsvollen Freuden
Gottes Willen sich ergab.

2. Schon vor mehr als dritthalb Jahren
Lähmte ihn ein Nervenschlag,
Und seit diesem Falle waren
Alle Stunden Pein und Plag.

3. Mühsam schleppte er die Glieder
Des geschwächten Leibs umher,
Endlich sank er kraftlos nieder,
Und sein Athem wurde schwer.
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4. Jedes Mittel ward vergebens,
Noch zu retten ihn, versucht:
Denn zur Schwäche seines Lebens
Kam zuletzt die Wassersucht.

5. Immer stieg das Wasser höcher,
Bis es ihm zum Herzen drang,
Und sein Athem wurde schwächer,
Als er mit dem Tode rang.

6. Endlich kam sein Lebensende,
Er verblich in Todesfarb,
Gab sich hin in Gottes Hände,
Neigte sanft sein Haupt und starb.

7. Doch er trug die größten Schmerzen
Mit erneuerter Geduld,
Und bereute noch von Herzen
Seiner Sünden große Schuld.

8. Ja, ganz ohne Furcht und Beben
Gab ihn hoffnungsvollem Sinn
Er dem Schöpfer hin sein Leben,
Und der Tod war sein Gewinn.

9. Denn die Todesfurcht verschwindet
Vor der Hoffnung holdem Licht,
Und ein wahrer Büßer findet
Dort ein gnädiges Gericht.

10. Dieses also läßt uns hoffen:
Daß an seinem Grabesrand
Ihn ein gutes Loos getroffen,
Und er Gottes Gnade fand.
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11. Traget also gern die Leiden
Dieser kurzen Lebenszeit,
Denn sie übergehn in Freuden
In dem Reich der Seligkeit.