Melpomene/Band 2/033 Bei dem Grabe eines jungen Mannes

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
<<< 033 Bei dem Grabe eines jungen Mannes >>>
{{{UNTERTITEL}}}
aus: Melpomene
Seite: Band 2, S. 103–104
von: [[{{{AUTOR}}}]]
Zusammenfassung: {{{ZUSAMMENFASSUNG}}}
Anmerkung: {{{ANMERKUNG}}}
Bild
Jung Melpomene 2103.jpg
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
[[Index:{{{INDEX}}}|Wikisource-Indexseite]]
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe

[103]

33. Bei dem Grabe eines jungen Mannes.

Melod. VIII.

1. Ach hier senkten wir schon wieder,
Noch in schönster Lebenszeit,
Einen unsrer theuren Brüder
In den Schoos der Ewigkeit.

2. Schon vor einem Jahre fühlte
Schmerzen er im Eingeweid,
Und sein Innerstes durchwühlte
Große Qual die ganze Zeit.

3. Sein dadurch geschwächter Magen
Kochte keine Nahrung mehr,
Und er konnte nichts mehr tragen,
Was zu seiner Stärkung wär.

4. So verschwanden alle Säften
Und er zehrte langsam ab,
Auch verliessen ihn die Kräften,
Welche die Arznei ihm gab.

5. Ganz entkräftet sank er nieder
Auf sein Sterbelager hin,
Keine Hoffnung kehrte wieder,
Aufzuheitern seinen Sinn.

6. Doch, er gab sich Gottes Willen
Hin mit reinem Christensinn,
Und um diesen zu erfüllen
War der Tod für ihn Gewinn

7. Sterbend hob er noch die Hände,
[104] Und die Seele, himmelwertz,
Endlich kam sein Lebensende,
Und es brach sein Aug und Herz.

8. Doch, er hat sein ganzes Leben
Immer seine Pflicht gethan,
Und mit redlichem Bestreben
Wallte er die Tugendbahn.

9. Noch empfieng vor seiner Reise
In sein wahres Vaterland
Er die wahre Seelenspeise
Aus des Höchsten Dieners Hand.

10. Dieses also läßt uns hoffen,
Daß durch Gottes Vaterhand
Dort sein Geist den Himmel offen,
Und das ew’ge Leben fand.