Melpomene/Band 2/059 Bei dem Grabe der Ursula Faller von Unteropfingen, die eilfmal punktirt wurde

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aus: Melpomene
Seite: Band 2, S. 166–167
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[166]

59. Bei dem Grabe der Ursula Faller von Unteropfingen, die eilfmal punktirt wurde.

Melod. IV.

1. In kaltem Todesschauer
Stehn wir an diesem Grab,
Und senken, voll der Trauer,
Den Thränenblick hinab.

2. Denn es bedeckt die Hülle
Von einem guten Weib,
Die sich nach Gottes Wille
Getrennt von ihrem Leib.

3. Sie wurde wassersüchtig
Vor mehr als einem Jahr,
Ein Übel, welches wichtig
In seinen Folgen war.

4. Zur Rettung ihres Lebens
Ward eilfmal sie punktirt,
Allein das Ziel des Strebens
Doch nicht herbeigeführt.

5. Sie fand in der Verbannung
Des Wassers keine Ruh,
Und immer nahm die Spannung
Des Leibes wieder zu.
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6. Das Übel wurde schlimmer,
Nahm täglich überhand,
Bis aller Hoffnung Schimmer
Zur Besserung verschwand.

7. So schwand aus ihrem Herzen
Der letzte Tropfen Blut,
Und sie erlag der Schmerzen
Und Leiden großer Wuth.

8. Doch litt sie alle Schmerzen
Mit christlicher Geduld,
Bereute stets von Herzen
Der Sünden große Schuld.

9. Wir können also hoffen:
Daß dort im Vaterland
Ihr Geist den Himmel offen,
Und Jesum gnädig fand.

10. Denn besser ists, zu finden
Den Tod durch Wassersucht,
Als durch die Fluth der Sünden
Die ewig uns verflucht.

11. Lasst uns daher vermeiden
Die Sünde jederzeit,
Dann gehn wir ein mit Freuden
Zur ew’gen Seligkeit.