Melpomene/Band 2/063 Bei dem Grabe einer Frau, die an der Gelbsucht starb

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aus: Melpomene
Seite: Band 2, S. 173–174
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[173]

63. Bei dem Grabe einer Frau, die an der Gelbsucht starb.

Melod. IV.

1. In diesem Grabe modert
Von einem guten Weib,
Vom Tode abgefodert,
Der abgezehrte Leib.

2. Aus ihrem Eingeweide
Floh der Gesundheit Lust,
Und jede Lebensfreude
Entwich aus ihrer Brust.

3. Sie fühlte stets ein Brennen
Im Magen Brust und Schlund,
Und Niemand konnte kennen
Des Übels tiefen Grund.

4. Die Ärzte zwar verschrieben
Die beßten Mittel ihr,
Allein die Schmerzen blieben,
Und nahmen zu dafür.

5. Die Eingeweide alle,
Sie wurden hart und groß,
Worauf sich ihre Galle
In ihr Geblüt ergoß.

6. So litt sie große Schmerzen
Am innerlichen Brand,
Er stieg empor zum Herzen
Wobei ihr Hauch verschwand.
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7. Doch trug sie alle Schmerzen
Mit christlicher Geduld,
Und bath mit Reu im Herzen
Um Gottes Vaterhuld.

8. Und o ihr heisses Flehen
Hat Gott erhört gewiß;
Dort werden wir sie sehen
Im Himmels Paradieß.