Melpomene/Band 2/071 Bei dem Grabe einer Frau, die öfter schwer und krank war

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aus: Melpomene
Seite: Band 2, S. 188–189
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[188]

71. Bei dem Grabe einer Frau, die öfter schwer und krank war.

Melod. X.

1. Ach! in diesem Grabe ruht
Einer Mutter Leiche,
Und ihr Geist gieng wohlgemuth
Ein zum Himmelreiche;
Denn sie litt ja mit Geduld
Auch die größten Schmerzen
Und bereute ihre Schuld
Stets von ganzem Herzen.

2. Öfter warf sie Gottes Hand
Hin aufs Krankenbette,
Bis zuletzt die Hoffnung schwand,
[189] Daß man sie noch rette;
Denn es kam mit Heftigkeit
Ihre Krankheit wieder,
Bis in ihrem letzten Streit
Starrten ihre Glieder.

3. Doch bei allem Leiden blieb
Sie dem Herrn ergeben,
Gab in hoffnungvoller Lieb
Willig hin ihr Leben,
Nur fiel ihr die Trennung schwer
Von den lieben Kindern;
Doch ihr Streben war nicht mehr
Länger zu verhindern.

4. Denn es nahm der kalte Brand
In den Eingeweiden
Unaufhaltsam überhand,
Und sie mußte scheiden;
Doch sie hatte sich zum Tod
Würdig vorbereitet,
Daß er sicher hin zu Gott
Ihre Seele leitet.

5. Laßt uns nun nach dem Geboth
Nur nach Tugend streben,
Stets bereitet seyn zum Tod
Durch ein frommes Leben;
Wenn wir dann in kurzer Zeit
Dieses Leben schließen,
Führt er uns zur Seligkeit
Die wir dort geniessen.