Melpomene/Band 2/073 Bei dem Grabe eines Knaben, der bei einem Fuhrwerk umkam

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aus: Melpomene
Seite: Band 2, S. 191–192
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[191]

73. Bei dem Grabe eines Knaben, der bei einem Fuhrwerk umkam.

Melod. VIII.

1. Unter diesem Grabeshügel
Ruht ein hoffnungvolles Kind,
Dessen Hoffnungen im Spiegel
Künft'ger Zeit erloschen sind.

2. Sorgenlos war er geritten,
Und fiel von dem Pferdt herab,
Und ein schwer beladner Schlitten,
Drehte ihm das Ärmlein ab.

[192] 3. Doch zum Glücke, wie man wähnte,
War der Bader bei der Hand,
Der es auseinander dehnte,
Und zur Heilung fest verband.

4. So war es fünf Tag verbunden;
Also nahm der heiße Brand,
Denn es hatte Blut und Wunden,
Unaufhaltsam überhand.

5. Kunst und Mühe war vergebens,
Ihn zu löschen, angewandt,
Und der feinste Saft des Lebens,
Eine Nerve, ward verbrannt.

6. Unter namenlosen Schmerzen,
Unter Zucken Krampf und Gicht,
Drang der Tod zu seinem Herzen,
Und es brach sein Augenlicht.

7. So entstehen Unglücksfälle,
So sieht man dem Übel zu,
Und schon an der Lebensschwelle,
Geht ein Kind zur Grabesruh.

8. Fliehet nun die Unglücksfälle;
Trift euch doch ein Unglück dann,
O so suchet auf der Stelle
Hülfe bei dem rechten Mann.

9. Mag es dann wie immer gehen,
O so thut ihr eure Pflicht;
Und ihr werdet einst bestehen
Bey dem göttlichen Gericht.