Melpomene/Band 2/082 Bei dem Grabe einer Frau, die an der Wassersucht starb

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aus: Melpomene
Seite: Band 2, S. 218–219
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82. Bei dem Grabe einer Frau, die an der Wassersucht starb.

Melod. VIII. IV.

1. Endlich ward von ihren Schmerzen
Unsre Schwester aufgelößt,
Die schon lange unsern Herzen
Tiefes Mitleid eingeflößt.

2. Seit beinah drei viertel Jahren
Hatte sie die Wassersucht,
Und die besten Mittel waren
Sie zu retten stets versucht.
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3. Aber Alles war vergebens
Immer nahm das Übel zu,
Es verschwanden ihres Lebens
Hoffnung Freude Trost und Ruh.

4. Unter namenlosen Schmerzen
Drang der Tod in ihre Brust,
Wo er nach und nach im Herzen
Festzusetzen sich gewußt.

5. Immer sehnte sich die Arme
Nach Genesung, oder Grab,
Bis ihr endlich nach dem Harme
Gott den wahren Frieden gab.

6. Doch sie trug die größten Leiden
Stets mit christlicher Geduld,
Und sie fand nach ihrem Scheiden
Jenseits Gottes Gnad und Huld.

7. Denn wer stets auf Gott vertrauet,
Und auf Jesum seinen Sohn,
Hat auf guten Grund gebauet,
Und empfängt des Himmels Lohn.

8. Laßt uns alle Leiden tragen
Ohne Murren, mit Geduld,
Und bei allen Schmerzen sagen:
Gott! vergieb uns unsre Schuld.

9. Denn die kurzen Erdenleiden
Bringen uns in jener Welt
Jene namenlosen Freuden,
Die uns Gott bereitet hält.