Melpomene/Band 2/085 Bei dem Grabe eines armen alten Mannes, der plötzlich starb

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aus: Melpomene
Seite: Band 2, S. 223–224
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[223]

85. Bei dem Grabe eines armen alten Mannes, der plötzlich starb.

Melod. IX.

1. Hier modert im düsteren Grabe
Ein armer verlassener Mann,
Er wallte gebeuget am Stabe
Des Lebens gefährliche Bahn;
Er gieng auf beschwerlichen Wegen
Und suchte sein tägliches Brod,
Da kam ihm auf einmal entgegen,
O Schrecken! der plötzliche Tod.

2. Er legte zum Schlafe sich nieder,
Und schlummerte bis in die Fruh,
Und stärkte die wankenden Glieder
Durch eine erquickende Ruh;
[224] Da ward er vom Schlage getroffen,
Und stürtzte vom Lager herab,
Und leider war nichts mehr zu hoffen,
Als plötzliches Sterben und Grab.

3. So lag er betäubet in Zügen,
In Zuckungen Gichter und Krampf,
Und mußte in Bälde erliegen,
Besieget im tödlichen Kampf;
Es bleichten die röthlichen Wangen,
Es schlossen die Augen sich zu;
So rief ihn nach seinem Verlangen
Gott ab in die ewige Ruh.

4. Doch war er zufrieden im Leben
Mit seinem so niedrigen Stand,
Und hatte sich immer ergeben
In Gottes beschützende Hand;
War immer zum Tode bereitet
Durch christliche Rechtschaffenheit,
Und wurde auch sicher geleitet
Zur ewigen himmlischen Freud.

5. So kann auch der Tod uns befallen,
Und stellen vors höchste Gericht;
Drum lasset beständig uns wallen
Die Wege der christlichen Pflicht:
Dann können wir, ohne zu beben,
Erblassen im plötzlichen Tod,
Es wird uns zum Himmel erheben,
Der gnädig barmherzige Gott.

Anmerkungen (Wikisource)

Die laufende Nummer in der Überschrift wurde korrigiert (im Original fälschlich „75“).