Notizen aus Australien, Tasmanien und Neu-Seeland

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Autor: Henry Greffrath
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Titel: Notizen aus Australien, Tasmanien und Neu-Seeland.
Untertitel:
aus: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. Fünfter Band. S. 86–88
Herausgeber: Wilhelm David Koner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1870
Verlag: Verlag von Dietrich Reimer
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Erscheinungsort: Berlin
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Quelle: Scans auf Commons Google
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Notizen aus Australien, Tasmanien und Neu-Seeland.

Zwei neue Flüsse in Australien. Mr. William Turton, Assistant Geodetic Surveyor, welcher gegenwärtig mit trigonometrischen Messungen zwischen Snowy R. und Cape Howe auf der Ostseite der australischen Colonie Victoria beschäftigt ist, berichtet an den Superintendent of the Geodetic Survey in Melbourne, daß er ungefähr 3½ Miles östlich von Cape Everard zwei noch unbenannte Flüsse aufgefunden, von denen der eine aus nordöstlicher und der andere aus nördlicher Richtung komme und die sich ungefähr ½ Mile landeinwärts vereinigen. Gleichzeitig erwähnt Mr. Turton, daß auf der Südseite von Mount Cann ein Quarzriff existire, welches außerordentlich reich an goldhaltigen Pyriten sei.

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Snagging-Operationen in den südlichen Flüssen der Colonie Neu-Süd-Wales. Der Darling R. ist jetzt, mit Ausnahme der letzten 11 Miles nach seiner Mündung in den Murray R. zu, bis jenseit Cuther’s, in der Länge von 240 Miles, von seinen Snags befreit und dadurch für kleine Fahrzeuge schiffbar geworden. Unter Snags versteht man in Australien „durch die Fluthen fortgetriebene Baumstämme, welche sich in das Flußbett versenkt und darin festgesetzt haben; desgleichen auch Bäume, welche vom Ufer ab in den Fluß gestürzt sind und mit den Wurzeln noch daran hängend, zum Theil aus dem Wasser hervorragen“. Mit gleicher Energie wird das Snagging in dem Murrumbidgee R. betrieben. Mitte Mai des Jahres 1869 war der Fluß bis 10 Miles jenseit Narandera von allen Snags freigemacht und konnte mit flach gebauten Fahrzeugen bei einem Tiefgange von 4 Fuß mit Sicherheit befahren werden. Um diese Zeit mußte aber die Operation, in Folge des durch den Winterregen veranlaßten Anschwellens des Flusses, bis zum nächsten Frühling (September) suspendirt werden; man hofft jedoch schon in der nächsten Saison die ganze Arbeit bis an die Mündung in den Murray R. zu vollenden. Um einen Begriff von der großen Anzahl der wegzuräumenden Baumstämme zu geben, will ich nur erwähnen, daß in diesem Jahre auf einer Länge von 124 Miles, anfangend in der Mitte zwischen den Städten Gundagai und Wagga Wagga und endend bei Narandera, nicht weniger als 3498 Logs und Snags entfernt wurden, unter denen manche von enormer Dimension waren. Da sehr viel Ansiedler sich in der Nähe dieser Flüsse niedergelassen haben, so ist deren Schiffbarmachung von der größten Bedeutung.

– ff –

Die Diggings der Colonie Neu-Süd-Wales. Der Ertrag der Goldfelder [87] der Colonie Neu-Süd-Wales war, soweit derselbe sich durch die Escorten bestimmen läßt, in den letzten drei Jahren folgender:

1866 1867 1868
Western Diggings 130,834 Unzen 134,448 Unzen 131,943 Unzen
Southern 88,810 Unzen 68,941 Unzen 83,518 Unzen
Northern 21,844 Unzen 19,325 Unzen 14,276 Unzen
241,488 Unzen 222,714 Unzen 229,737 Unzen

Daß ein nicht unbedeutender Theil des aufgefundenen Goldes auf anderem Wege als per Escorte die Diggings verläßt und sich daher der Berechnung entzieht, steht fest. Man weiß z. B. von einer Bank in Sydney, daß dieselbe im letzten Jahre 28,167 Unzen von den südlichen Diggings empfing, welche nicht per Escorte expedirt wurden. Im Jahre 1867 belief sich die Zahl der Diggers auf obigen drei Goldfeldern auf 13,534, im letzten Jahre auf ungefähr 1200. Der jährliche Durchschnittsgewinn lieferte nach den obigen Ziffern für den einzelnen Digger £ 74. 10 s. 6½ d. Die im Jahre 1868 gewonnenen 229,737 Unzen repräsentiren den Werth von £ 894,829. 10 s. 9 d.

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Der letzte Census von Sydney und Suburbs.

Name: Bevölkerung
Sydney proper 56,840
Balmain 3947
Glebe 3712
Newtown 4236
Redfern und Botany 6701
Paddington 6794
Concord 2356
St. George 5647
St. Leonards 3453
Total 93,686
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Whirlpool Reach Rock im Tamar-Flusse, Tasmanien. Der Tamar R. ist auf einer längeren Strecke bis Launceston hin größeren Fahrzeugen zugänglich, aber hier und zwar da, wo der Fluß die engste Passage darbietet, befindet sich obiger sehr gefährlicher Fels in der Länge von 390 Fuß und in der Breite von 90 Fuß, an dem schon mancher Segler und Dampfer zu Grunde gegangen. Der Rock sollte richtiger ein Riff genannt werden. Die Masse desselben hat beim niedrigsten Wasserstande zwar immer noch eine Tiefe von 13 bis 14 Fuß, aber es springen hie und da im Ganzen elf mächtige Spitzen auf, die bei Ebbe kaum noch 3 Fuß unter Wasser stehen, und dadurch entsteht eben die große Gefahr. In den letzten 40 Jahren wurden viele vergebliche Versuche gemacht, dies Hinderniß wegzuräumen. Da übertrug die Regierung von Tasmanien im vorigen Jahre dem geschickten Taucher James Putwain in Melbourne die sehr schwierige Arbeit, und demselben ist es jetzt (Mai 1869), nach einer siebenmonatlichen angestrengten Arbeit, gelungen, die elf Spitzen soweit zu entfernen, daß sie bei der niedrigsten Ebbe noch immer eine Wassertiefe von 11 Fuß über sich lassen. Die Beseitigung eines Riffes von ähnlicher Beschaffenheit wurde bisher nur im Missisippi möglich gemacht.

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Neue Vermessung der Küsten von Neu-Seeland. Das New Zealand Marine and Survey Department berichtet Ende August 1869, daß die nunmehr vollendete abermalige Vermessung der Westküste der Insel ergeben habe, [88] daß die bisherige Admiralitätskarte außerordentlich ungenau sei. Eine Sketch-Map ist nach dem Original publicirt worden, welche die großen Irrthtümer an dem Theile der Küste, welcher von Schiffen besonders befahren wird, d. i. von Cascade Point bis Grey R., aufdeckt. Da Commodore Lambert Grund hatte zu vermuthen, daß auch an der Nordost-Küste der nördlichen Insel gefährliche Irrthümer in der Admiralitätskarte existirten, so ließ er dort ebenfalls sorgsame Nachforschungen anstellen, die denn in der That sehr erhebliche Ungenauigkeiten zu Tage gefördert haben. Diese Bekanntmachung ist für die Schifffahrt nach den jetzt so berühmt gewordenen Thames Goldfeldern von der äußersten Wichtigkeit.

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Ein wichtiges Kohlenlager in Neu-Seeland. In der Provinz Southland, im Süden der mittleren Insel von Neu-Seeland, ist bei Otipiri ein fast unbegrenztes Lager der vorzüglichsten Kohle, welche selbst die von Newcastle in Neu-Süd-Wales an Güte übertrifft, aufgefunden worden. Die Localität befindet sich an der westlichen Abzweigung der Hokanuis Ranges, und Abteufungen können überall in der Entfernung von 4 – 7 Miles von Winton vorgenommen werden. Das dazwischen liegende Land ist völlig eben, und ein Schienenweg nach dem Hafen läßt sich mit Leichtigkeit und ohne große Kosten herstellen. – Bemerkt sei bei dieser Gelegenheit, daß die Finanzen der Provinz Southland so außerordentlich zerrüttet sind, daß dieselbe, zur eigenen Selbstständigkeit nicht länger fähig, jetzt wieder mit Otago, wozu sie früher gehörte, verbunden werden soll.

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