Oskar Pletsch (Die Gartenlaube 1872/29)

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Textdaten
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Titel: Oskar Pletsch
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aus: Die Gartenlaube, Heft 29, S. 478
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
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Erscheinungsdatum: 1872
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Blätter und Blüthen.
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[478] Oscar Pletsch, der liebenswürdige Illustrateur der Kinderwelt, bisher in Berlin wohnhaft, hat die Kaiserstadt verlassen und sich in Niederlößnitz (bei Dresden) niedergelassen, wo schon Herbert König und verschiedene andere Künstler wohnen. In einer sehr niedlich illustrirten Karte, seine drei ausräumenden Kinder darstellend, nimmt er von seinen Freunden Abschied mit folgenden Versen:

Addio, beste Freunde! Laßt mich zieh’n!
Gönnt mir ein Heim, unkündbar, frei und friedlich.
Zur Weltstadt wurde allerdings Berlin,
Doch – unter uns! – verteufelt ungemüthlich.
Die Steuern wachsen und der Häuser Giebel,
Die „Schrippe“ doch verkümmert zum Symbol.
Nein! was zu viel ist, Freunde! ist vom Uebel –
Verehrte Reichshauptweltstadt – fahre wohl!

Fort! fort aus Wohnungsnoth und Häuserschwindel,
Aus all der Herrlichkeit des Gründerflors!
Packt ein! Pack’ ein, du fröhliches Gesindel,
Ihr lichtbeschwingten Genien des Humors!
Brecht ab mein leichtgefügtes Künstlerzelt,
Tragt es davon auf schwungerprobten Flügeln!
Am Strand der Elbe sei es aufgestellt,
Dort an der Lößnitz grünen Rebenhügeln.

Dorthin schleppt all mein liebes Allerlei,
Daß Hausrath ich und Malzeug wiederfinde!
Rechts an das Fenster rückt die Staffelei,
Wo um die Scheiben Weinlaub rankt und Winde!
Wir gründen uns, fürwahr nicht um zu ruh’n,
Ein eigen Nest auf trautem Flecklein Erde –
Nein, doppelt froh in rüst’gem Künstlerthun
Zu schaffen hier an friedlich eignem Herde.

Addio denn! ruft euch, so laut es kann,
Von Herzen zu mein kleines Umzugs-Trio.
Auch Niederlößnitz 15d fortan
Der Eure und der Alte stets! Addio!