Ostereier für Buchhändler (1863)
Eine gute Vorrede, schafft öfters eine üble Nachrede und um dieses zu vermeiden, lassen wir die Vorrede fallen und fallen dagegen über den Titel her.
Ostereier ist als Titel durch Ch. Schmidt im Buchhandel beliebt und bekannt; Ostereier werden zur Zeit von Ostern nicht verschmäht, wenn’s eben keine faulen Eier sind. Obgleich nun, laut Börsenblatt, Manches in unserem Staate faul sein soll, so bieten wir doch frische Eier aus. Jeder mag dazu nach Geschmack Pfeffer, Salz, Essig oder Senf nehmen, welche Ingredienzen in natura beizugeben wir außer Stande waren, wir auch nicht die Absicht hatten, die Speise zu verpfeffern, oder zu versalzen. Ob Mancher auch „Windeier“ unter diesen buchhändlerischen Ostereiern [4] finden wird, wagen wir nicht zu hoffen oder zu fürchten, glauben aber schon, daß gewisse Personen überhaupt keinen Geschmack an dieser Eierspeise haben werden.
Die Geschmäcke sind verschieden und damit getrösten wir uns schließlich vollständig.
Ganz weich gekocht und ausgeschält
Sind diese Eier nicht,
Und wem ein guter Magen fehlt,
Genieße sie drum nicht.
Ob faule Eier drunter sind?
That Mancher fragen mich –
Ich glaub’ es nicht, mein liebes Kind,
Komm, überzeuge Dich.
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel, 10. April 1863, No. 42, S. 763
Unter dem Titel „Ostereier für Buchhändler. Mit Salz, Pfeffer, Essig oder Senf zu verspeisen im Jahre 1863“ (Preis 5 Ngr.) hat Hr. Wengler soeben wieder Skizzen aus dem Buchhandel (Der Verleger an den Autor – Tafellied zur O.-M. 1863 – Herzensergießungen eines Buchhändlers – Herrn Theodor Faulhaber’s Firma: Literarisch-artistisch-geographisch-musikalisches Verlags- und Sortiments-Comptoir in Hessel, erster Meßbesuch – Sonntags-Unruhe und Sonntags-Caffee des Principals – Sendschreiben an Herrn Albert Rottner – Die lang-en und daher langweiligen Firmen – [Gedankenspäne –] ABC-buch für die Zöglinge der Buchhändler-Lehranstalt – Tafellied zur Feier des 100jährigen Bestehens der Krankenkasse der Buchhändlermarkthelfer am 18. Januar 1863 – Noch Etwas für Herrn Rottner) erscheinen lassen, welche neben vielem Belustigenden dem Leser auch mancherlei Nützliches und Beachtenswerthes bieten.