Pierer-1888: Sachsen-Gotha
[113] Sachsen-Gotha früher ein selbständiges Herzogtum der Ernestinischen Linie Hauses Wettin, verblieb 1547 dieser Linie, kam bei der Teilung 1572 mit Coburg an Johann Kasimir, den alteren Sohn Johann Friedrichs II., nach dessen Tode 1633 an Johann Ernst v. Eisenach (gest. 1638), 1641 an Ernst den Frommen, den Stifter der Linie S.-G. Ernst I. (gest. 1675) beerbte 1672 die ältere Linie Sachsen-Altenburg. Friedrich I. (1675–1691) erhielt 1680 zwölf Aemter Herzogtum S.–G.-Altenburg, während das übrige Gebiet der gothaischen Länder seinen sechs jüngeren Brüdern zufiel. 1685 führte Friedrich I. die Primogenitur ein. Friedrich II. (1691–1732) erwarb Eisenberg, Friedrich III. (1732–72) führte 1747 mit Meiningen den „Wasunger Krieg“. Ernst II. (1772–1804) befreite das Land v. einer drückenden Schuldenlast. August (1804–22) trat dem Rheinbunde bei. Mit Friedrich IV. (1822–25), der 1801 zum Katholizismus übergetreten war, erlosch 11/2 1825 die Linie S.-G.-Altenburg. Durch den Teilungsvertrag vom 12/11 1826 kam Altenburg an die Linie Sachsen-Hildburghausen, Gotha an Coburg. Vgl. die Artikel Sachsen, Ernestinische Linie; ferner Sachsen-Altenburg u. Sachsen-Coburg-Gotha.
Beck, Geschichte des gothaischen Bundes (Gotha 1868–1875, 3 Bde.)