Poppo, der Heidenapostel

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Textdaten
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Autor: Otto Beneke
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Titel: Poppo, der Heidenapostel
Untertitel:
aus: Hamburgische Geschichten und Sagen, S. 10–11
Herausgeber:
Auflage: 2. unveränderte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1854
Verlag: Perthes-Besser & Mauke
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Erscheinungsort: Hamburg
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Quelle: Google, Commons
Kurzbeschreibung:
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[10]
4. Poppo, der Heidenapostel.
(Um 962.)

Um die Zeit, als Adaldag Erzbischof war, da wurde von Hamburg aus wiederum ein Verkündiger des Evangelii an die Dänen abgeordnet, um dasselbe unter ihnen neu zu beleben. Hierzu war ein frommer, glaubensstarker und gottvertrauender Priester der Hamburgischen Kirche ausersehen, Poppo geheißen. Als dieser vor dem Dänenkönig Harald (andere nennen ihn Erich) erschien, tadelte er denselben mit freimüthigen Worten, daß er sammt seinem Volke vom Christenglauben seiner Väter abgefallen sei und sich dem Dienste der Götzen und Dämonen wieder zugewendet habe. Durch die Kraft seiner Rede zwar betroffen, forderte dennoch der König, daß Poppo vor allem Volke durch wunderbare Zeichen die Göttlichkeit des Christenthums bewähren solle, dann wolle er glauben. Und am nächsten Tage, als der König das Volk [11] an einem ihm heiligen Orte versammelt hatte, hub Poppo mit Gottes allmächtigem Beistande und voll Begeisterung für das Evangelium, ein ungeheuer schweres Stück glühenden Eisens aus und hielt es vor Aller Augen lange Zeit erhoben, ohne daß es ihm die Hände im Geringsten verletzt hätte. Und obschon dies jeden Zweifel hätte beseitigen können, so that der heilige Mann noch ein zweites Wunder als Zeugniß für die Göttlichkeit der Lehre, die er predigte, indem er ein mit Wachs bestrichenes Gewand anzog und dasselbe, mitten im Kreise der Heiden, in Gottes Namen anzuzünden befahl. Augen, Hände und Herz gen Himmel erhebend, ertrug er die lodernden Flammen, die über seinem Haupte zusammenschlugen, so geduldig, daß er, nachdem sein Gewand zu Asche gebrannt, mit freudigem und liebreichem Blick und Wort bezeugte, er habe kaum den Rauch des Brandes gespürt. Durch solche Wunder wurden der König und alle Anwesenden bekehrt, sie ließen sich taufen und nahmen willig das Christenhum an. Poppo’s Name und Andenken wurden von da an unter dem Volke und in den Kirchen der Dänen hoch gefeiert.

Und diese Wunder sollen sich nach Einigen zu Ripen zugetragen haben, nach Anderen in Haddeby bei Schleswig.

Der Kaiser aber, hocherfreut über Poppo’s gesegnete Wirksamkeit, die dem Hamburgischen Hochstifte zu großem Ruhme gereichte, ließ ihn als Bischof von Schleswig ordiniren; und erst ums Jahr 1030 soll er verstorben sein.

Anmerkungen

[374] Adam von Bremen II. 33; auch Schol. 44 ad II daselbst. Thietmar von Merseburg II. 8.