RE:Calagurris 2

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band III,1 (1897), Sp. 1327–1328
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2) Calaguris Nasica wird zuerst in dem Fragment aus Livius B. XCI nach Poseidonios im sertorianischen Krieg genannt. Sertorius gelangt den Hiberus aufwärts über Bursavo, Cascantum und Graccurris nach C. (vgl. Flor. II 10, 9. Oros. V 23, 14). Dies führt mit Sicherheit auf das heutige Calahorra, das den Namen bewahrt hat. Dazu stimmen alle übrigen Zeugnisse, wie zuerst der treffliche Petrus de Marca (Marca Hispanica 2, 28) mit Recht hervorhob (Strab. III 161. Liv. XXXIX 21, 8. Epit. XCIII. Appian. b. c. I 112. Val. Max. VII 7 ext. 3. Suet. Aug. 49), und die Itinerarien (Ant. 393, 1 Calagurra. Geogr. Rav. 309, [1328] 8). Plinius nennt nach den Listen des Agrippa die Calagurritani qui Nasici cognominantur unter den oppida civium Romanorum des Bezirks von Caesaraugusta (III 24). Ptolemaios teilt sie, wie schon Strabon, den Vasconen zu (II 6, 66, wo das überlieferte Καλαγορίνα von Ukert mit Wahrscheinlichkeit in Καλαγόρι Νά[σικα] verbessert ist). Die ältesten autonomen Asse führen die iberische Aufschrift calaqriqš (Mon. ling. Iber. nr. 64). Die älteren Asse tragen neben einem Kopfe, der nicht mit Sicherheit für den des Augustus angesehen werden kann – ist es der Caesars? – die Aufschrift Calagurri Iulia Nassica; die jüngeren mit den Köpfen des Augustus und Tiberius und den Namen zahlreicher Duumvirn die Bezeichnung mun(icipium) Cal(agurris) Iulia (Mon. ling. Iber. nr. 64 a). Also ist die Stadt noch unter Augustus Municipium geworden und erhielt den Beinamen Iulia – die Listen des Agrippa kannten ihn wohl noch nicht –, der sich zufällig auch in der Liste des Geogr. Rav. (309, 8) erhielt. Es sind noch manche Überreste von der am Zusammenfluss des Cidacos – so heisst der Fluss mit einem wohl altiberischen Namen noch heut – und des Hiberus gelegenen Stadt erhalten (CIL II p. 404), aber nur wenige Inschriften von Soldaten aus der frühen Kaiserzeit (CIL II 2983. 2984). Auch als Heimat von Legionaren der X. Legion wird es genannt (Brambach 117), und die Tribus der Bürger war die Galeria (CIL II 4245. Brambach 117). Berühmter ist die Stadt als Heimat Quintilians (Suet. de vir. ill. 129, 7 Reiff. Auson. profess. I 7) und wird auch sonst genannt (Suet. Aug. 49. Auson. epist. 25, 57. Paulin. ad Auson. V 223. 231. Prudent. peristeph. II 551. IV 31. VIII tit. Gregor. Turon. in glor. martyr. 92. CIL XII 3167). Die Schreibung schwankt zwischen Calagurris, was die gewöhnliche und den ähnlichen Bildungen entsprechende ist, und Calagorris (CIL II 2959. 4245. III 5932. V 6987). In Turin und Nemausus fanden sich die Basen von ihren senatorischen Patronen unter Traian von den Calagurritani ex Hispania citeriore gesetzten Statuen vor (CIL V 6987. XII 3167).