RE:Coelius 12

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band IV,1 (1900), Sp. 195–196
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12) C. Coelius Caldus C. f. C. n. hatte als homo novus (Cic. de or. I 117) viel Missgunst und Widerstand zu überwinden, ehe er zu den höchsten Ehrenstellen gelangte (Cic. Verr. V 181; Mur. 17). Deshalb war er der Stolz der Familie, und die Münzen seines Enkels Nr. 14 verherrlichen seine und seiner Söhne Thaten, sodass sie eine wichtige Quelle für die Familiengeschichte bilden (eingehend behandelt von Borghesi Oeuvres I 319–325; vgl. Mommsen Münzwesen 636 nr. 280. Babelon Monnaies de la rép. rom. I 368). Bei der Bewerbung um die Quaestur fiel C. durch (Cic. Planc. 52) und gelangte zunächst zum Volkstribunat. In dieser Stellung zog er den C. Popillius vor Gericht, der 647 = 107 nach der Niederlage seines Oberbefehlshabers, des Consuls L. Cassius (Bd. III S. 1738 Nr. 62), mit den siegreichen Tigurinern einen schimpflichen Vertrag geschlossen hatte, um wenigstens das Heer zu retten; [196] damit die Verurteilung gesichert wurde, brachte C. die nach ihm benannte lex tabellaria ein, wodurch die Abstimmung mit Stimmtäfelchen auch für Perduellionsprocesse angeordnet wurde, in denen allein sie bis dahin nicht zulässig gewesen war (Cic. leg. III 36. Oros. V 15, 24 und die Münzen; vgl. Cic. de inv. II 72f. Rhet. ad Herenn. I 25. IV 34). Vor 651 = 103 sprach er in einem Processe jemand frei, der den Dichter C. Lucilius auf der Bühne mit Namen genannt und beleidigt hatte (Rhet. ad Herenn. II 19); O. Hirschfeld (Herm. VIII 468f.) vermutet daher, dass er der von Lucilius (frg. 1098 Lachm. aus Fest. p. 210) verspottete Senator pedarius Gaius sei. Die Praetur bekleidete er 655 = 99 und verwaltete damals Hispania citerior (vgl. die Münzen, dazu Wilsdorf Leipz. Stud. I 110). Ob er oder sein gleichnamiger Sohn Nr. 13 der im SC. de Adramytt. genannte Senator von praetorischem Range C. Coelius ist, kann zweifelhaft scheinen (Viereck Sermo Graecus 23 nr. 15, 16, vgl. Mommsen St.-R. III 968 Anm.). Zum Consulat wurde er, obgleich ihm die eifersüchtige Nobilität zwei ihrer hervorragendsten Männer als Mitbewerber entgegenstellte ([Q. Cic.] pet. cons. 11), im J. 660 = 94 befördert (Fasti Cap. Capuan. Inschrift CIL I 571, 16 = X 3772. Foedus Thyrraeum Viereck a. O. 45 nr. 22 = IGS III 483 = Dittenberger Syll.2 327. Chronogr. Idat. Chron. pasch. Cassiod. Obsequ. 51. Ascon. Cornel. p. 51). Sein Porträt bieten die Münzen seines Enkels (abgebildet a. O. vgl. auch Bernoulli Röm. Ikonographie 185); über seine ganze Persönlichkeit äussert sich Cicero (Brut. 165; de or. I 117) so, dass man sieht, C. ist kein irgend wie bedeutender Mann gewesen, aber als Staatsmann und als Redner ganz tüchtig und achtungswert.

Nachträge und Berichtigungen

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band S I (1903), Sp. 325
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12) (zu S. 196, 29) Hinzuzufügen die delische Inschrift Bull. hell. XXIII 67.

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Band S III (1918), Sp. 256
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12) Ein neues Fragment des Lucilius (1134 Marx, aus CGL V 233 hervorgezogen Wien. Stud. XVIII 309) spottet: Coelius, conlusor Galloni, scurra, trigonum cum ludet cet.; vielleicht geht auch dies auf C. Coelius Caldus. Dagegen setzt Cichorius (Untersuch. zu Lucilius 59) den Prozeß des Lucilius vor 639 =115 und hält den Richter C., da das Pränomen keineswegs sicher überliefert sei, nicht für diesen C. Coelius Caldus, sondern für L. Coelius Antipater Nr. 7. Über den Senator de SC. de Adramytt. vgl. Nachtrag zu Nr. 6.