RE:Decempeda

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band IV,2 (1901), Sp. 2253–2254
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Decempeda, heisst die zehnfüssige Messstange, deren sich die römischen Agrimensoren bedienten. Zu d. ist zu ergänzen pertica, Messstange; Feldmesser I 95, 6: decempeda, quae eadem pertica appellatur, habet pedes X; pertica decempeda ebd. 371, 18. Es giebt auch perticae [2254] von mehr als zehn (12, 15, 17) Fuss, vgl. a. a. O. p. 371, 18: perticas autem iuxta loca vel crassitudinem terrarum, prout provincialibus placuit, videmus esse dispositas, quasdam decimpedas, quibusdam duos additos pedes, aliquas vero XV vel X et VII pedum diffinitas, ita dumtaxat vi crassioribus terris minores mensuras, sterilioribus maiores tribuissent, prout modiorum numerus incremento frugum uni cuique loco sufficeret. Wie nach der Bonität des Bodens mehr oder weniger grosse sortes, Ackerlose, gegeben wurden, so wurden zu deren Vermessung mehr oder weniger grosse Masse genommen, genau so wie man je nach der Grösse der Lose grössere oder kleinere Centurien bildete. Das Zwölffache der d. ist der actus von 120 pedes, das uralte römische Landmass, während der oskische und umbrische versus 10 d., also 100 Fuss, enthält (Feldm. I 30, 8ff.). D. ist das von decempedalis (pertica) gebildete Substantiv. Vergleichen kann man das zum Substantiv gewordene decumanus (limes) = der zehnte Limes, die nach je 10 actus auf dem cardo abgetragene Querlinie (s. Mommsen Herm. XXVIII 91).