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RE:Ἑταῖροι

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Hetairoi, Freund, freier Gefolgsmann
Band VIII,2 (1913) Sp. 1374–1380
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Gerhard Plaumann: Ἑταῖροι. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Band VIII,2 (1913), Sp. 1374–1380, digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/RE:%E1%BC%99%CF%84%CE%B1%E1%BF%96%CF%81%CE%BF%CE%B9

Ἑταίροι. Die Etymologie des Wortes ist umstritten; doch hat Solmsen (Untersuch, z. griech. Lautlehre 1901, 203; dort ältere Literatur) die Ableitung von Ἐέτης = , Angehöriger. Verwandter, 60 Freund⁴ und die Verwandtschaft mit lat. satèUes = »Trabant, Begleiter* erneut wahrscheinlich gemacht.

Dazu paßt der Gebrauch in den Homerischen Gedichten, wo die später vorwiegende Bedeutung (s. dazu auch o. Art. Ἐταιρία) »Genosse, Freund*, etwa Patroklos im Verhältnis zu Achilleus (II. I 345. XVIII 80–81) noch zurücktritt hinter der anderen: »freier Gefolgsmann*. So heißen bei [1375] Homer die den βασιλεύς umgebenden, zur Gefolgschaft verpflichteten Mannen (s. B u s o 11 Gr. Staats-Altt.² 28. Ed. Meyer Gesch. d. Altert. II 306. Daremberg-Saglio Dict. des Ant. s. Hetairoi [Martin] 159), etwa die Myrmidonen im Verhältnis zu Achilleus; s. z. B. II. XVI 168ff. 204. 240–248. 269. XXIII 6. Diese selbe Bedeutung liegt zugrunde, wo das Wort für diese βασιλείς selbst (z. B. Achilleus) im Verhältnis zu den Atriden verwandt wird (s. z. B. Idomeneus II. IV 266).

In den meisten griechischen Staaten ist die Königsherrschaft und was damit zusammenhängt beseitigt, und demgemäß das Wort in der bei Homer vorwiegenden Bedeutung verschwunden. Die primitiven Zustände des Epos finden wir in historischer Zeit nur noch in den nördlichen Königreichen, erkennbar vor allem in Makedonien, wo auch das Wort ί. in annähernd homerischem Sinne entweder sich erhalten hat oder in der Zeit der zunehmenden Hellenisierung Makedoniens bewußt aus dem Epos entlehnt ist. Das ist eine Streitfrage. Für Entlehnung s. Köhler S.-Ber. Akad. Berl. 1893, 494. Kaerst Gesch. d. Hell. I 128. B. Keil bei Gercke-Norden Einl. III 315. Für direkte Erhaltung: Hoffmann Die Makedonen 115. Ed. Meyer Gesch. d. Alt. II 67. H. Droysen Heerwesen u. Kriegführg. d. Griech. 108, 1. Beloch Griech. Gesch. II 479f. III 6. Man nimmt dabei durchgängig an, daß der Name ἐ. ursprünglich dem militärisch organisierten Adel der Makedonen zukomme.

Nun findet sich aber die Bezeichnung t. als fester Begriff unter Alexander noch in einem wesentlich anderen Sinne. Alexander umgibt sich mit einer Anzahl von Leuten, die man seinen Staats- und Kriegsrat nennen kann. Ihre Zahl beträgt etwa 100 (bei der Hochzeit zu Susa erhalten etwa 80 ἐ. vornehme Perserinnen zu Frauen; Arrian. VII 4, 6: ὠσαύτως 6ὲ καὶ τοῖς δλλοις ἐταίροις τὰς ὀοκιμωτάτας Περσίαν τε καὶ Μήόων παῖδας ἐς δγδοήκοντα). Es ist ein festgeschlossener Kreis (Iphikrates scheint, obwohl ζῶν ἄμῳ' αὐτὸν, nicht aufgenommen zu sein; Arrian. II 15, 4), dessen Angehörige, wo sie auftreten, nach ihrer Zugehörigkeit dazu (εἰς τῶν ἐταίρων τῶν 'Ἀλεξάνδρου, τῶν ἄμῳ' αὐτὸν i. o. ä.) bezeichnet werden. Danach ist kein Zweifel, daß auch das Wort I. für sie technisch war. Von dem Wesen dieses Kreises läßt sich eine deutliche Vorstellung geben. Es ist die ständige persönliche Umgebung des Königs, sobald er in der Öffentlichkeit erscheint (wenn er ausnahmsweise nur wenige von ihnen um sich hat, wird diese hervorgehoben; Arrian. II 12, 6 bei der Begegnung mit der Mutter des Dareios; V 19, 1 mit Poros. Für das Regelmäßige s. VII 16, 5. 18, 6. 24, 2) wie auch sonst (so bei Mahl und Trunk; s. IV 8, 8. 9, 5. 12, 2f V 2, 6 im Unterschiede zu V 2, 5. VI 28, 1. VII 14, 1. 29, 4; bei Hephaistions Tode VII 14, 3 und 9. 15, 1; sie sind in seinen letzten Stunden um ihn VII 26, 2f.). Sie haben stets Zutritt zum Könige (s. Arrian. VII 11, 1f. V 28, 3). Wo Alexander persönlich am Kampfe teilnimmt, sind sie dabei (vgl. I 15, 6); daher sind von ihnen zu verstehen Stellen wie Anian. I 6, 5 (wk σωμαχοφύλαξε καὶ νΑς ἄμῳ' αὐτὸν λταίροις, wo sicher auch die σωματοφύλακας nur [1376] die bekannten 7 sind, wenn es damals schon so-viele waren); ferner Arrian. II 23, 2–6, wo sie mit Alexander und den Hypaspisten die ersten auf der Mauer von Tyros sind; vielleicht auch II 27, 6. Aus dieser seiner nächsten Umgebung entnimmt Alexander eine Reihe von Satrapen (ausdrücklich als τῶν ἐταίρων bezeichnet werden von Arrian: Μένανδρος Satrap für Lydien III 6, 7; Στασάνωρ für Areia an Stelle von Arsames III 29, 10 5; Νικάνωρ am Indos IV 28, 6) bezw. von militärischen ἐπίσκοποι für Satrapen nichtgriechischer Geburt (Τληπόλεμος Πυθοφάνοῦς für Parthien und Hyrkanien Arrian. III 22, 1; Ἀνάξιππος für Areia III 25, 1; Νειλόξενος Σατύρου am Paropamisos III 28, 4; Ἀπολλόδωρος Ἀμφιπολίτης in Babylon VII 18, 1; s. auch Ἀλέξανδρος Ἀερόπού στρατηγὸς ἐπὶ Θράκης, später Oberst der Thessaler Arrian. I 25, 1) und Festnngskommaiidanten (Ἀρχέλαος Ἀνδρόκλον in Aornos, Arrian. III 29, 20 1; Πανταλέων Πυδναῖος in Memphis; Πολέμων Μεγακλέους Πελλαῖος in Pelusion; auch der Befehlshaber der ξένοι in Ägypten Λυκίδας Αἰτωλδς gehört wahrscheinlich, sicher der γραμματευς dieser ξένοι Εὐγνωστος Ξενοφάντου zu den A III 5, 3; Μάξαρος in Susa III 16, 9; Παναανίας in Sardeis I 17, 7), wie er sie auch für alle besondere Umsicht erfordernden militärischen und diplomatischen Missionen verwendet (z. B. I 12, 7. II 7, 2. III 26, 3. 28, 2. IV 1, 2. VI 23, 6). 30 Noch wichtiger ist die Rolle, die sie als Körperschaft spielen. Offiziell zusammenberufen sind sie Kriegsrat (so vor Issos II 6, 1, wo Alexander ihrem Ratschlag entsprechend handelt, und vor Gaugamela III 9, 3. 5). In anderen Fällen werden sie, zumal sich viele höhere Offiziere unter ihnen (Arrian. VI 12, 3. VII 8, 3; s. auch V 13, 1) befinden, zusammen mit den sämtlichen anderen Offizieren berufen, wenn der König Mitteilungen an die Truppen gelangen lassen will 40 (Arrian. II 7, 3 und Diod. XVIII,16, 1 vor Issos, vor Tyros II 16, 8; vgl. auch die Verhandlungen am Byphasis V 25, 2. 28, 1. 4). 'Sie sitzen über einen aus ihrer Mitte, Alexander, den Sohn des Aeropos, zu Gericht (I 25, 4f.; hier wie sonst manchmal werden sie auch als φίλοι bezeichnet; VI 13, 4. VII 24, 4). Und sie werden als offizieller Staatsrat versammelt, in dessen Mitte Alexander besonders wichtige Gesandtschaften empfängt (II 25, 2 die zweite Gesandtschaft des 50 Dareios) und besonders feierliche Akte vornimmt (so die Belehnung des Poros VI 2, 1). Diese A hat Alexander sicher als festes Institut von seinen Vorgängern übernommen. Soviel ist ohne weiteres allen Nachrichten zu entnehmen, die wir über die Rolle des Wortes A bei den Make-donen haben (s. u.).

Wie stehen nun diese A im engeren Sinne zu den A (technisch τῶν Ἰππέων ol ἐ. (καλούμενοι) oder οἱ A ol Ἰππείς) = = Kavallerie und zu den πεξέταιροι als Infanterie des makedonischen Heeres? Daß die Bezeichnung A für die engste Umgebung des Königs .durch Verengerung aus dem Begriff A = Kavallerie entstanden sei (so Hoffmann Maked. 118), ist ganz unwahrscheinlich. Denn es würde der Tendenz zur Erweiterung dieses Begriffes zuwiderlaufen, die sich in der Benennung πθέταιροι kund tut; zudem ließe sich allenlhlls noch die Bezeichnung οἱ ἄμῳ aMv A in diesem [1377] Sinne, also etwa als Benennung für ausgewählte ἐ. ἰππείς erklären, aus denen dann die geschilderte feste Institution erwachsen wäre; keinesfalls aber die weit häufigere Bezeichnung ol ἐ. οἱ Ἀλεξάνδρου oder οἱ ἐ. schlechthin, die beweist, daß λ in diesem engeren Sinne der ursprünglichen Verwendung des Wortes in der makedonischen Amtssprache näher steht als die ἰππείς οἱ ἐ, καλούμενοι. Man muß also diese Einrichtung der ἐ. als Kriegs- und Staatsrat für älter halten als die 10 i. Ἰππείς. Wir gewinnen damit für die Zeit vor Philippos eine feste Institution des makedonischen Reiches. Damit ist noch nicht ohne weiteres gesagt, daß der Name ἐ. nun von allem Anfang an bei den Makedonen diese Institution und nichts anderes bezeichnet hätte. Die Möglichkeit ist nicht völlig auszuschließen, daß etwa von jeher ἐ. den gesamten Adel Makedoniens in seinem Verhältnis zum Könige bezeichnet hätte, und prägnant dann insbesondere für die vornehmsten, an 20 den Hof und in die Umgebung des Königs gezogenen Edelleute gebraucht worden wäre. Aber diese Möglichkeit ist sehr gering. Keinesfalls wird sie bewiesen durch die bei Arrian vorliegende Bezeichnung cf ἄμῳ αὐτὸν ἐ,, denn diese scheint eine Unterscheidung von den ἰππείς ἐ. καλούμενοι zu bezwecken, nicht etwa eine Unterscheidung von den nicht in die Umgebung des Königs gezogenen Adeligen. Und daß zu Alexanders Zeiten οἱ L ohne Zusatz meist nur die nächste Umgebung 30 des Königs bezeichnet, spricht strikt dafür, daß dies die ursprüngliche Bedeutung des Wortes bei den Makedonen ist. Dafür spricht ferner noch ein anderes Moment. Unter Alexander gehören zu den ἐ. im engeren Sinne auch Nichtmakedonen (z. B. Δημάρατος Κορίνθιος τῶν ἄμψ αὐτὸν ἐ. Arrian. I 15, 6; Μάζαρος(θ) III 16, 9; Eumenes von Kardia VII 14, 9; Μήδιος von Larissa, Arrian VII 24, 4. Diod. XVII 117; Ind. 18, 7). Das scheint schon unter Philippos so gewesen zu sein, 40 wie sich aus Theopomp frg. 249 (FHG I 320) entnehmen läßt: Ἔπειτα δ' οἱ ἐ. αὐτοῦ ἐκ πολλῶν τόπων ἤσαν συνερρυηκότες ’ οἱ μὲν γὰρ ἐξ αὐτῆς τῆς χώρας, oi δ' ἐκ Θετταλίας, οἱ δὲ ἐκ τῆς ἄλλης Ἐλλάδος... ὄντοι ὀχεδὸν ἄπαντες εἰς Μακεδονίαν ἀθροιοδέντες ἐ, Φιλίππου προσηγορεύοντο (s. auch Hoffmann Die Makedonen 118). Hier wie im folgenden (außer der bei Athen. VI 260 D ff. erhaltenen Stelle) muß von den ἐ. im engeren Sinne die Rede sein; die Truppe kann nicht ge- 5C meint sein, da sie sich nach Ausweis der lien-bezeichnungen aus Makedonien rekrutierte, und da die Thessaler und Griechen im makedonischen Heere eigene Kontingente bildeten. Wenn aber schon unter Philippos die ἐ. τὸν βααιλεως nicht notwendig makedonische Adelige waren, so spricht das weiter dafür, daß das Wort im makedonischen Sprachgebrauch von diesem engen Kreis ausgegangen ist. Denn derselbe Philippos hätte schwerlich dieses Wort zur ehrenden Bezeichnung für 6( die militärische Organisation des makedonischen Adels benützt, wenn es die Bedeutung .makedonischer Edelmann¹ ehemals besessen, aber inzwischen eingebüßt hätte. Dagegen war diese Bezeichnung eine Ehre für die makedonische Reiterei, wenn sie bisher nur der engsten Umgehung des Könige zukam.

Wenn also aller Wahrscheinlichkeit nach ἐ. [1378] in der makedonischen Amtssprache ursprünglich die engste Umgebung des Königs bezeichnet, so wird die Annahme recht unwahrscheinlich, daß diese Bezeichnung aus dem Epos entlehnt sei. Es konnte für diesen Kreis keine Ehre sein, mit einem Namen bezeichnet zu werden, der bei Homer auch die große Masse, etwa der Myrmidonen bezeichnete.

Es ergibt sich also folgendes Bild: Seit langer Zeit heißt in Makedonien der enge Kreis der nächsten, unter Philippos und Alexander nur vorwiegend aus makedonischen Adligen bestehenden Umgebung des Königs: ἐ. τὸν βασιλέως. Dazu paßt die in der Zeit des Archelaos spielende Anekdote Aelian. var. bist. XIII 4 mit der ἐστίασις τῶν ἐταίρων, unter denen sich Euripides und Aga-thon befinden. Auch die Erwähnung der ἐ. aus der Zeit des Ptolemaios (368–365) bei Plut. Pelop. 27 muß von ihnen verstanden werden. Wie das den Makedonen mit den Thessalern gemeinsame Fest der Ἐταιρεία mit dem Institut der ‘. zusammenhängt (s. Hoffmann Die Makedonen 93. 115 und o. Ἐταιρία), ist ungewiß.

Als die Reiterei, von jeher die Nationaltruppe Makedoniens, eine festere militärische Organisation erhielt, wurde die Bezeichnung ἐ. ehrenhalber auf diese Truppe übertragen. Das geschah vermutlich erst unter Philippos. Aus Theopompos frg. 249 (FHG I 320) geht hervor, daß unter Philippos die φίλοι und die ἐ. καλούμενοι (d. h. ἐ. im eigentlichen und im übertragenen Sinne) schon nebeneinander existierten. Nur der letzte Teil des Theo-pomp-Fraginentes 249 handelt von den ἐ. ἰππείς-, ihre Zahl gibt Theopompos auf 800 an (οἰομαὶ γὰρ τοίς ἐταίρους ὅν πλείονας ὄντας κατ' ἐκείνον τὸν χρόνον ὀκτακόσιων). Anaximenes von Lampsakos (bei Harpokr. s. πεζέταιροι) berichtet von einem Alexandros, für den vermutlich (s. z. B. Kaerst Gesch. d. Hellenismus I 136) Philippos eingesetzt werden muß: ἔπειτα τοὺς μὲν ἐνδοξοτάτους ἴππενειν ὀννεῦίσας ἐταίρους προσηγόρευσε, τοὺς δὲ πλείοτοῦς καὶ τοὺς πεζοὺς εἰς λόχους καὶ δεκάδας καὶ τὰς ἄλλας ἀρχάς διελῶν πεζεταίρους ὠνόμαοεν, ὅπως ἐκάτεροι μετέχοντες τῆς βασιλικῆς ἐταιρίας προ(Ωμότατοι διατελωσιν ὄντες. Stellt man sich auf den Boden der oben gegebenen These, zu der des Anaximenes Bemerkung über das μετέχειν τῆς βασιλικῆς ἐταιρίας gut paßt, so ist nicht mehr mit so großer Wahrscheinlichkeit der Schluß ge-) boten, daß Anaximenes hier zwei zHieh auseinanderliegende Maßnahmen, die Schaffung der ἐ. und der Infanterie, fälschlich in eine zusammengezogen habe, was man bisher aus der Bezeichnung πεζέταιροι glaubte schließen zu müssen (z. B. Kaerst a. a. O. A. Bauer bei J. v. Müller Hdb. IV² 1, 2 424). Die /.-Kavallerie stand dem bisherigen Gebrauch des Wortes soviel näher, daß die nähere Angabe ,zu Pferde⁴ parallel den πεζέταιροι entbehrlich erscheinen konnte, um-) somehr, als die offizielle Bezeichnung der Hetärenreiterei noch unter Alexander keineswegs ἐ. schlechthin lautet, sondern in der Pegel οἱ ἰππείς οἱ ἐταίρα (καλούμενοι) oder ἡ ἰταιρικὴ ἴππος; so nach dem Ar-rianischen Sprachgebrauch, der sie sorgfältig von den ἐ. ἄμῳ αὐτὸν scheidet. Zu gleicher Zeit oder wenig später schuf Philippos eine Fußtruppe, die ebenfalls durch Benennung nach dem engsten Kreis um den König geehrt wurde (πεζέταιροι, s. d.). [1379] Die Organisation der i. als Truppe kennen wir erst ans der Zeit Alexanders genauer, doch wird sie im Anfänge der Regierung Alexanders in allen Stücken mit der ursprünglichen, auf Phi-lippos zurückgehenden identisch sein.

Die Grundteilung der Truppe ist unter Alexander die in lien; erst in Susa gliedert Alexander, als Nachschübe aus der Heimat eintreffen, jede De in zwei Lochen (Arrian. ΠΙ16,11). Die Gesamtzahl der mit zum asiatischen Feldzug ausgerückten Hen beträgt in der Schlacht von Gau-gamela acht. Sie werden Arrian. III 11, 8 aufgezählt und sind nach den Härchen (Κλεῖτος Δρωπίδου, Γλαυκίας, 'Ἀρίστων, Σώπολις Ἐρμοδώρου (Ersatzbezirk Amphipolis; Arrian. I 2. 5; s. o. Bd. I S. 1949, Ἠρακλείδης Ἀντιόχου (Ersatzbezirk Bottiaia; Arrian. I 2, 5; s. o. Bd. ΓΠ S. 795), Δημήτριος Ἀλδαιμένους, Μελέαγρος, 'Ἠγέλοχος Ἰπποστράτου) benannt. Wie sich dazu verhalten 1. die He von Ἀπολλωνία, Barch Σωκράτης Σάθωνος, am Granikos kommandiert von Πτολεμαίος Φιλίππου (Arrian. I 12, 7) und in Kleinasien zu verschiedenen Sonderkommandos verwandt (Arrian. I 12, 7), ferner 2. die Ἀνθεμουσία (s. o. Bd. I S. 2369, Harch Περοίδας Μενέσδεως, und 3. die Ἀευγαία καλούμενη (I. G. Droysen Herm. XII 236, 1. Hoffmann Ma-ked. 87; doch wohl Ortsname), Harch Παντόρδανος Σλεάνδρον, beide bei Issos erwähnt (Arrian. II 9, 3), ob sie den acht erwähnten zuzurechnen oder unter ihnen enthalten sind und nur den Härchen gewechselt haben, ist unklar. Plutarch (Alex. 16) erwähnt dreizehn lien. Als Ersatzbezirk kennen wir noch die ἄνωθεν Μακεδονία, auf die wohl zwei Den kommen (Arrian. I 2, 5). Die Ile das Κλεῖτος heißt ἴλη βασιλική (Arrian. I 18, 3. II 5, 9. III 1, 4. 8, 1. 11, 8. 12, 3. 18, 5. 19, 8); ihr gehörten vielleicht auserlesene Leute aus der ganzen Truppe an. Wenn gelegentlich (Arrian. III 11, 8) noch eine andere Ile, die des Ἠγέλογος 'ἰπποστράτου, als βασιλική bezeichnet wird, so deutet das daraufhin, daß diese beiden zusammen einem engeren Verbände angehörten. Für eine solche Zusammenfassung von je zwei Ben könnte man vermutungsweise auch anführen, daß die βασιλικὴ ἴλη einmal mit einer (Arrian. III 8, 1), ein anderes Mal mit drei andern zusammen (Arrian. I 18, 3) zu Sonderkommandos benützt wird, wonach man in der nur einmal vorkommenden τετραρχία, wenn sie sich auf die ἐ. bezieht (Arrian. III 18, 5), den vierten Teil der ἐ. = zwei Ben zu vermuten geneigt sein könnte.

Eine eigentümliche, übrigens auch beim makedonischen Fußvolk belegte Erscheinung (s. Arrian. V 13, 4) ist der tägliche Wechsel der ἠγεμονία (für die Ben der ἐ. ἰππείς s. I 14, 6).

Von der Stärke dieser Truppenteile haben wir wenigstens eine annähernde VorsteUung (s. I. G. Droysen Herm. XH236ff. H. Droysen Unters, über Alex. Heerwesen 27flf.). Sie mögen, an Zahl ungleich, weil auf bestimmt abgegrenzten Ersatzbezirken beruhend, 150–250 Mann umfaßt haben. Die Gesamtstärke der ἰταιρικὴ ἴππος ist unter Alexander wesentlich größer als unter Philippos (s. das obige Theopomp-Fragment). Während es unter diesem nur im ganzen 800 waren, läßt eich die Zahl allein der nach Asien mitgenommenen Ἰππείς t. unter Alexander auf etwa 1800 schätzen [1380] (J. G. Droysen a. a. O.). Sie ist dann noch weiter vermehrt worden; nach Arrian. VI 14, 4 scheinen sie beträchtlich Über 1700 betragen zu haben. Befehlshaber der gesamten Ἰππείς ἐ. ist Phiiotas, der Sohn des Parmenion (Arrian. III 11, 8.114, 1. Diod. XVII 17, 4). Von den einschneidenden Veränderungen, die Alexander etwa seit dem Aufbruch aus Susa mit der Truppe vorgenommen hat, läßt sich keine klare Vorstellung 10 gewinnen. Es läßt sich nur soviel sagen. Nach der Phiiotaskatastrophe ernennt Alexander zu Hipparchen der ἐταιρικὴ ἴππος an Philotas¹ Statt, indem er die Truppe teilt, seinen Freund Ἠφαιστίων Ἄμνντορος und den bisherigen Barchen der βασιλικὴ ἴλη Κλεῖτος Δρωπίδου (Arrian. III 27, 4). Diese Zweiteilung spielt aber keine Rolle, zumal sie nach Kleitos' Tode wieder beseitigt zu ‘sein scheint. Denn später kommandiert Hephai-stion die gesamte ἐταιρικὴ Ἵππος, in welcher Eigen-20 schäft er später den Titel χιλίαρχος führt. Die ἐ.

ἰππεῖς heißen demzufolge Ἠφαιστίωνος χιλιαρχία, ehrenhalber auch nach seinem Tode noch, als sie von Perdikkas kommandiert wurden (s. den Art, Hephaistion o. S. 293).

Im übrigen tritt die Einteilung in Ben seit dem Aufbruch aus Susa zurück hinter derjenigen in Hipparchien; über das Verhältnis dieser Hip-parchenstellungen zu den eben erwähnten s. Hip-parches. Über die Bewaffnung der ἐ. Ἰππείς 30s. H. Droysen Heerwesen und Kriegführg. d. Griech. 109, 2. Delbrück Gesch. d. Kriegskunst I 141.