RE:Alpheios 1

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 16301631
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Alpheios (ὁ Ἀλφειός). 1) Der an Wassermasse wie an Länge des Laufes bedeutendste unter den Flüssen des Peloponnesos, der die grosse Mehrzahl der Gewässer Arkadiens während seines Laufes durch diese Landschaft aufnimmt und dieselben durch Elis, noch um einige neue Zuflüsse verstärkt, dem westlichen (sikelischen) Meere zuführt. Zwar bildet derselbe in seinem oberen Laufe nicht Einen ununterbrochenen Strom, sondern verschwindet zweimal in der Erde, um erst nach einer längeren Strecke aus neuen Quellen wieder emporzutauchen; allein die Alten haben trotz dieser Unterbrechung seinen Lauf von den Quellen an der Grenze der Tegeatis und Lakoniens, bei Phylake, bis zu seiner Mündung an der Westküste von Elis, vier Stunden westlich von Olympia, als Einen Fluss betrachtet. Der obere Lauf des Flusses selbst aber hat in der neueren Zeit eine wesentliche Veränderung erfahren, indem der Bach, nachdem er in zahlreichen Windungen (die ihm den neueren Namen Σαρανταπόρος verschafft haben) nach der tegeatischen Ebene hinabgeströmt ist, sich jetzt nordöstlich wendet und, nachdem er einen östlichen Seitenbach (den alten Γαράτης, Paus. VIII 54, 4) aufgenommen, in einer Katabothre (unterirdischen Schlucht) am südlichen Fusse des Partheniongebirges verschwindet, während er früher in der Ebene sich nach Nordwesten, dann südwestlich wandte und in einer Katabothre am östlichen Fusse des Boreiongebirges verschwand; s. Paus. VIII 54, 1 und dazu Ross Reisen und Reiserouten [1631] im Peloponnes I 70f. Curtius Peloponnesos I 248f. Jenseits des Gebirges, im Gebiete des alten Asea, tritt das Wasser in einer starken Quelle (jetzt Φραγκόβρυσις genannt) zu Tage (vgl. Ross a. a. O. 60), verliert sich aber bald aufs neue unter der Erde, um dann am südwestlichen Rande der Ebene von Asea, an einer Stelle, welche die Arkader Πηγαί nannten (jetzt Marmariani), wieder hervorzubrechen (Paus. a. a. O.; vgl. Curtius Peloponnesos I 264f.). Der neugeborene Strom fliesst nun zunächst südwestlich nach dem Gebiete von Megalopolis, dann nordwestnordwärts bis nach Heraia, nahe der Grenze von Elis, wo er den bedeutendsten seiner Nebenflüsse, den von den nördlichen Gebirgen Arkadiens herkommenden Ladon (jetzt Ruphia, welcher Name nach der Vereinigung beider Flüsse auf den A. übergeht) und bald darauf den wenig schwächeren Erymanthos aufnimmt; dann windet er sich in vorherrschend östlicher Richtung, die Grenze zwischen Triphylien und der Pisatis bildend, durch Elis, am heiligen Waldthale von Olympia, wo der Kladeos in ihn einmündet, vorüber dem Meere zu; an seinem Ausflusse stand ein heiliger Hain mit einem Tempel der Artemis Alpheionia oder Alpheiusa (Strab. VIII 343). Der unterste Lauf des Flusses war auf 6000 römische Schritte von der Mündung aufwärts auch für grössere Fahrzeuge schiffbar (Plin. IV 14). Sehr zahlreich sind die sowohl von Süden als von Norden her in den A. einströmenden Flüsse und Bäche. Von den nördlichen Zuflüssen sind ausser den schon genannten noch zu erwähnen der Helisson, Brentheates, Lusios (Gortynios) und Buphagos; von den südlichen kennen wir folgende mit Namen: Theios, Gatheates, Malus, Plataniston, Acheloos, Diagon, Acheron und Selinus. Für den unteren Lauf vgl. Kauperts Aufnahme in E. Curtius Olympia und Umgegend 1882.