RE:Amastris 7

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 1750
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7) Amastris (von Diod. XX 109, 7 und Polyaen. VI 12 Ἄμηστρις genannt, von Arr. Anab. VII 4, 5 Ἀμαστρίνη), Tochter des Oxathres, des Bruders des letzten Darius. In Susa von Alexander dem Grossen dem Krateros zum Weibe gegeben (Memnon FHG III 529. Diod. Arr. a. O.) wurde sie ca. 322 der Phila zu Liebe von diesem verlassen und später durch seine Vermittelung dem Dionysios, dem Tyrannen resp. König von Herakleia am Pontos, vermählt, dem sie drei Kinder, Klearchos, Oxathres und Amastris gebar (Strabo XII 544. Memnon a. O. Steph. Byz.). Nach dem Tode des Dionysios (306) führte sie mit grosser Umsicht die Regentschaft für ihre noch unmündigen Söhne, anfangs von Antigonos freundlich unterstützt. Als dieser sie jedoch vernachlässigte, wandte sie sich dem Lysimachos zu und wurde im J. 302 seine Gemahlin. Nach kurzer, glücklicher Ehe (sie gebar ihm einen Sohn Alexandros, Polyaen. VI 12) wurde sie zum zweiten Mal das Opfer politischer Berechnung: Lysimachos trennte sich von ihr (300), um Arsinoe, die Tochter des Ptolemaios Soter, zu heiraten. A. widmete sich nun wieder der Regierung ihres Landes. Durch Synoikismos von vier Ortschaften gründete sie die Stadt Amastris (Strabo a. O. Memnon FHG III 530. Skymn. 962ff. Steph. Byz.; Demosthenes Bithynus FHG IV 385, 9 lässt die Stadt von der Amazone Amastris [Nr. 3] gegründet sein). Nachdem ihre Söhne grossjährig geworden waren und die Herrschaft übernommen hatten, mag sie sich wohl nach Amastris zurückgezogen haben. Hier prägte sie Münzen mit der Umschrift Ἀμάστριος βασιλίσσης (Imhoof-Blumer Porträtköpfe a. ant. Münz. hell. Völk. 25. Head HN 432). Die Ermordung dieser tüchtigen Fürstin durch ihre Söhne gab Lysimachos Gelegenheit, ihr Land nach Beseitigung der beiden Mörder einzuziehen. Über die Chronologie vgl. Droysen Hellen. II 2, 320. Krall Tacit. u. d. Orient 10ff.