RE:Amerias

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 1827
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Amerias (Ἀμερίας) aus Makedonien, in alexandrinischer Zeit lebender Lexikograph. Sein Hauptwerk (Γλῶσσαι, Athen. IV 176 c. e. Schol. Apoll. Rh. II 384. 1283) war eine Sammlung von ἐθνικαὶ γλῶσσαι nach sachlichen Gesichtspunkten geordnet nach dem Muster der lexikalischen Arbeiten des Kallimachos und Aristophanes von Byzanz. Es wird wiederholt von Athenaeus und von Hesych (besonders für makedonische Glossen) citiert. Eben daraus stammen die anderen Citate (Apion b. Eust. p. 757, 19. Herodian zu Il. XI 754. Ael. Dion. [?] b. Eust. p. 1958, 1. Schol. Apoll. Rh. II 192. IV 970). Auch das Citat im Schol. Theocr. I 97 kann aus den Γλῶσσαι stammen, dagegen scheint im Schol. Theocr. I 32 (über die Lesart γυνά τι oder γυνά τις) der Name Ἀμερίας verderbt zu sein (aus Ἀμάραντος?). Athenaeus citiert von A. ausserdem ein Ῥιζοτομικόν (Ἀ. ἐν τῷ Ῥιζοτομικῷ XV 681f); auch diese Schrift war lexikalisch (= περὶ τῶν ῥιζοτομικῶν ὀνομάτων), eine Sammlung von ethnischen Ausdrücken der für Küche, Medicin und Zauberei nützlichen Pflanzen. Sie war vielleicht keine besondere Schrift, sondern bildete einen Bestandteil des Hauptwerkes. Nach der Art, wie A. mit Klitarch, Timachidas von Rhodos und Neoptolemos von Parion (Eust. p. 757, 19 Ἀμερίας καὶ Νεοπτόλεμος οἱ γλωσσογράφοι) zusammen genannt wird, dürfen wir ihn wohl zu den älteren, vor Aristarch lebenden Glossographen rechnen. Aus Herodians Bemerkung zu Il. XI 754 (wo A. wie Zenodot διὰ σπιδέος las, während Aristarch δἰ ἀσπιδέος vorzog) ersehen wir überdies, dass Aristarch auf die Erklärung des A. Bezug nahm. Auch die Polemik, welche Apion (b. Eust. p. 757, 22) gegen A. und Neoptolemos wegen ihrer Erklärung des Ausdrucks ἐν καρὸς αἴσῃ (Il. IX 378) führt, stammt wohl aus der aristarchischen Schule.

[Cohn.]

Nachträge und Berichtigungen

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Band S I (1903), Sp. 68
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S. 1827, 45 zu Art. Amerias:

Verfasser des Artikels ist L. Cohn.