RE:Antonius 79

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 2633–2634
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79) Antonius Musa, Bruder des Euphorbos, des Arztes Iubas (Plin. XXV 77), Schüler des Asklepiades (Plin. XXIX 6) und Arzt des Augustus, den er (J. 731 = 23) bei einer gefährlichen Krankheit durch Anwendung von kaltem Wasser und Lattich heilte (Dio LIII 30. Suet. Oct. 81; vgl. Dio LIII 25. Plin. XIX 128. XXIX 6). Hiefür wurde ihm eine Bildsäule gesetzt (Suet. Oct. 59); ausserdem ward er reichlich mit Geld belohnt und erhielt, obgleich Freigelassener, das Recht, einen goldenen Ring zu tragen, sowie noch andere Vorrechte (Dio LIII 30). Wie es scheint, kam durch ihn die hydropathische Heilart in Aufnahme; vgl. Hor. ep. I 15, 3. Als aber bald darauf Marcellus erkrankte, behandelte ihn A. M. auf dieselbe Weise, und Marcellus starb (Dio a. O.). Er war auch Schriftsteller; wenigstens bezeugt Galen (XIII 463), dass er in ähnlicher Weise wie Kriton und Asklepiades Pharmakion [2634] über die Zubereitung vieler Arzneimittel in mehreren Büchern gehandelt habe, ein Zeugnis, an dem ich trotz des Widerspruchs von E. Meyer Gesch. d. Botanik II 50f., der die von Galen unter dem Namen des Musa aufbewahrten Recepte für Petronius Musa († um 50 n. Chr.) in Anspruch nimmt, festhalte. Seine Recepte bei Galen stammen aus Andromachos (XIII 832), Archigenes (XIII 263) und Asklepiades (XIII 108. 206. 326 u. ö.). Nach Plinius (XIX 128) empfahl er den Gebrauch von Lattich und gab bei unheilbaren Geschwüren, wenn er sie geschnitten hatte, Vipernfleisch zu essen (XXX 117). Vgl. Scrib. Larg. Comp. CX 47 (Helmr.). J. Fr. Crell Antonius Musa, Augusti medicus, Lips. 1725. J. Ch. Ackermann De Antonio Musa, Altorf 1786. Obbarius A. M., Leibarzt des Octavian, Ztschr. f. Altertumsw. 1844 nr. 74. Antonii Musae fragmenta quae exstant, collegit F. Caldani, Bassano 1800. Was jedoch unter dem Namen des A. M. Schriftliches auf uns gekommen ist (eine an M. Agrippa gerichtete, von einem Brief eingeleitete Schrift de herba betonica mit Recepten, nebst einem Bruchstück de tuenda valetudine ad Maecenatem, vgl. F. Caldani), ist jedenfalls nicht von ihm und späteren Ursprungs. Ebenso die beiden in denselben Hss. erhaltenen Gedichte Precatio terrae matris und Precatio omnium herbarum. Vgl. E. Bährens Miscell. crit. 107.

Nachträge und Berichtigungen

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band S I (1903), Sp. 9697
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79) Antonius Musa. Die beiden Gedichte precatio terrae und precatio omnium herbanum sind herausgegeben von Baehrens Poet. lat. min. I [97] 138. Riese Anthol. lat. nr. 5. 6. M. Schmidt Ind. lect. Jena 1874. Vgl. M. Schanz Gesch. d. röm. Litt. II 355f. Prosop. imp. Rom. I 101 nr. 680. Gardthausen Augustus und seine Zeit I 2, 724. II 2, 402.