RE:Aperantoi

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 2697–2698
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Aperantoi (Ἀπεραντοί), die Bewohner der Aperantia, eines Teiles der ἐπίκτητος Αἰτωλία, der wie das ganze nördliche Aitolien weder im Altertum noch jetzt seinen topographischen Verhältnissen nach genauer bekannt ist. Er ist durchaus gebirgig und hat nur ein breiteres und fruchtbareres Thal, durch welches der jetzt Megdova genannte Fluss, den manche der alten Geographen für den eigentliehen Acheloos, andere richtiger für einen Nebenfluss desselben hielten, von Nordosten her in den Acheloos einströmt; in diesem Thale lag wahrscheinlich auch die Ortschaft Aperantia oder Perantia (Steph. Byz.), wohl kaum eine eigentliche Stadt nach hellenischen Begriffen, sondern nur ein geräumiges Castell, in welchem die in offenen Weilern zerstreuten Bewohner der Landschaft bei feindlichen Angriffen ihre Habe und die nicht kampffähige Bevölkerung in Sicherheit [2698] brachten. Die Landschaft war während der Kämpfe zwischen den Aitolern und Makedonern von den letzteren erobert worden, kam aber nach der Besiegung des Königs Perseus durch die Römer ohne Zweifel wieder in Besitz der Aitoler, Polyb. XX 11. XXII 8. Liv. XXXVI 33. XXXVIII 3. XLIII 22. Plut. Flam. 15, vgl. Bursian Geogr. v. Griechenl. I 140f.