RE:Apollodoros 73

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 2896
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73) Aus Damaskos, einer der ausgezeichnetsten Architekten des Altertums, von dem die grossen Bauten Traians ausgeführt wurden: die Donaubrücke in Dacien (im J. 104–105, Procop. de aedif. IV 6 p. 288 Bonn. Tzetz. Chiliad. II 80ff.; vgl. die Abbildung auf der Traianssäule Bartoli I 74. Fröhner 133 und Dieraurer Gesch. Traians in Büdingers Untersuch. z. röm. Kaisergesch. I 95ff.) und das Forum, Odeion und Gymnasion in Rom (Dio LXIX 4; über das 107–113 erbaute Traiansforum vgl. Dierauer 133ff.). Das Projekt Hadrians, durch A. neben dem Sonnencoloss Neros die Mondgöttin aufstellen zu lassen, blieb unausgeführt (Hist. Aug. Hadr. 19). Hadrian gewidmet war sein Werk πολιορκητικά, von dem ein Auszug erhalten ist (Wescher Poliorcetique 137–93; vgl. Lacoste Revue des études grecques III 230ff.). Über andere technische Schriften, welche von ihm existiert zu haben scheinen, vgl. Procop. a. a. O. (Beschreibung der Donaubrücke) und Tzetzes alleg. Iliad. V 17 ed. Boissonade (Matranga Anecdota gr. I 66. 224). Die scharfe Kritik der architektonischen Pläne Hadrians zog ihm die Feindschaft dieses Kaisers, Verbannung und Tod zu (Dio und Tzetz. Chiliad. a. a. O.; die Bedenken von Plew Quellenuntersuch. z. Gesch. des Kaisers Hadrian 89ff. sind nicht stichhaltig, da unter den in der Einleitung zu A.s πολιορκητικά erwähnten kriegerischen Ereignissen Hadrians Donaufeldzug von 117–18 zu verstehen ist).

Nachträge und Berichtigungen

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Band S I (1903), Sp. 108
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73) Apollodoros aus Damaskos. Gegen die Bd. I S. 2896 ausgesprochene Ansicht, dass unter den kriegerischen Ereignissen, die in dem einleitenden Sendschreiben der πολιορκητικά erwähnt werden, Hadrians Donaufeldzug von 117–118 zu verstehen sei, wendet sich Th. Reinach Revue des études gr. VIII 198ff. und sucht im wesentlichen mit den schon von Plew vorgebrachten Argumenten zu beweisen, dass das Sendschreiben an Traian gerichtet war und die Schrift in die Zeit der Vorbereitungen zu dessen Partherkrieg gehöre. Die Argumente sind indes nicht zwingend. A. schreibt, dass er der Aufforderung des Kaisers entsprochen und eine Reihe von Entwürfen zu Belagerungsmaschinen angefertigt habe und zwar ἐπεὶ οὖν ἀγνοῶ τοὺς τόπους, σχήματα πολλὰ καὶ ποικίλα. Schon Plew hatte hieraus geschlossen, dass die Donauländer nicht gemeint sein konnten, da A. die Feldzüge Traians an der Donau mitgemacht habe. Aber selbst der beste Kenner des feindlichen Landes kann alle Örtlichkeiten, wie sie bei der Herstellung von Belagerungsmaschinen möglicherweise in Betracht kommen, nicht vorauswissen. Aus der citierten Stelle ist absolut nicht zu entnehmen, um welche Gegenden es sich handelt oder nicht handelt. Reinach übersieht ferner, dass auch Hadrian an Traians Dakerkrieg teilgenommen hat, und dass A. eben darauf anspielt (μετὰ σοῦ ἐν ταῖς παρατάξεσι γενόμενος). Es liegt kein Grund vor, die überlieferte Bezeichnung der Schrift τὰ Ἀπολλοδώρου πρὸς Ἀδριανὸν αὐτοκράτορα συνταχθέντα πολιορκητικά (Wescher Poliorcétique 137, vgl. 197f.) zu verwerfen.