RE:Arachotos 1

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,1 (1895), Sp. 369
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Arachotos (Ἀραχωτός). 1) Der Fluss, nach welchem die Satrapie Arachosia benannt war und der sich bei der Stadt Byst oder Beste (jetzt Bost) mit dem Hauptstrom Etymandros vereinigt, Plin. VI 92. Isid. Char. 19. Steph. Byz. Der indischen Sarasvatî, der ‚wasserreichen‘, entspricht, wie dies zuerst Burnouf erkannt hat, aufs genaueste die altpersische Landesbezeichnung Haraʿuvati, zd. Haraqaiti, arab. Arrokkhad oder Arrokkhaǧ. Jetzt heisst der Fluss Arghand-âb; er entspringt im Hochland von Ghâzna, fliesst gegen Südwesten und erhält in den Bezirken Dô-âb und Panǧwaī die parallelen Flussläufe Tarnak und Arghesân, mit welch letzterem sich der Dôrî vereinigt. Nach sagenhafter Kunde bei Ptol. VI 20, 2 soll der A. vom Indus herkommen und einen See Ἀραχωτοῦ κρήνη bilden, womit nicht der Lôra-Hâmûn der südlichen Steppe gemeint sein kann, eher der Âb-i-istâdah nahe den Quellen des Arghesân, jenes schöne Hochbecken, das Sultan Baber so anschaulich schildert.