RE:Ariphron 2

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,1 (1895), Sp. 846
GND: 102381291
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2) Aus Sikyon, wirkte in Athen als lyrischer Dichter und χοροδιδάσκαλος, nach einer attischen Choregeninschrift (CIA 1280; vgl. Herm. II 23. Reisch De mus. certam. 44) kurz nach dem peloponnesischen Kriege. Seinen παιᾶνα εἰς Ὑγίειαν überliefert Athenaeus XV 702 A und ein attischer Stein CIA III p. 66, Kaibel Epigr. Gr. 1027, 6 (fehlt bei Hoffmann Syll. epigr.), s. Bergk PLG III 595ff. Die Verse – Daktylotrochaeen – zeichnen sich durch klare, durchsichtige Form aus, haben aber, was Bergk mit Recht hervorhebt (Gr. Litt. II 543), etwas Nüchtern-Verständiges, das sie von den verwandten älteren Dichtungen trennt. Einige Kola und Phrasen finden sich in einem ebenfalls an Hygieia gerichteten Hymnus des etwa gleichzeitigen Likymnios wieder (PLG III 599); Bergk lässt unentschieden, ob einer den andern benützte oder ob sie beide aus älteren Kultgesängen auf Asklepios und Hygieia schöpften (PLG III 596; ähnlich in der Litt.-Gesch. a. O.), während Rossbach (Specielle Metrik 474) das Gedicht des Likymnios aus formellen Gründen für älter hält. Das Gedicht des A. war nach Lucian (de lapsu inter sal. 6) γνωριμώτατον und scheint noch in nachchristlicher Zeit bei Festen und Gelagen gesungen zu sein (s. Luc. a. O. Maxim. Tyr. XIII, andere Citate können sich auch auf Likymnios beziehen, s. Bergk PLG III 597). Bemerkenswert ist es, dass der Dichter aus der alten Heimat des Dithyrambos stammt, s. den Art. Arion (o. S. 841).