RE:Astydamas 1

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,2 (1896), Sp. 1867
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Astydamas. 1) Aus Athen, Sohn des Tragoediendichters Morsimos aus der Familie des Aischylos, war zuerst Schüler des Isokrates, wandte sich aber dann der Tragoedie zu (Suid.). Seine erste Aufführung setzt Diodor XIV 33 in Ol. 95,2 = 398. Wenn die Angabe bei Suidas richtig, dass er 240 Tragoedien (natürlich sind wie oft die Satyrdramen mit gemeint) dichtete, so arbeitete er mit unerhörter Schnelligkeit (ähnliche Zahlen werden nur bei den Dichtern der mittleren Komoedie angegeben). 15 Siege soll er davongetragen haben (Suid.), einen gewann er Ol. 101,4 = 372 (Marm. Par. ep. 71) mit dem Παρθενοπαῖος, der ihm die Ehre der Aufstellung seines Bildes im Theater einbrachte (Diog. Laert. II 43). Er soll selbst eine sehr selbstgefällige Inschrift dafür verfasst haben, die aber der Rat zurückgewiesen habe. Darauf soll die sprichwörtliche Redensart σαυτὸν ἐπαινεῖς ὥσπερ Ἀστυδάμας u. ä. zurückgehen (Zenob. V 100. Phot. Lex. p. 502, 23. Suid. s. σαυτὴν ἐπανεῖς. Schol. Liban. epist. 317 p. 153). Alle angeführten Angaben über diesen A. können nicht vereinigt werden; die Verwirrung wird die Verwechslung mit dem jüngern A. veranlasst haben. Ob die einfachste Lösung, dass die Angabe Diodors falsch sei (s. Susemihl Rh. Mus. XLIX 1894, 473f.), auch die richtige ist, bleibt daher unsicher. Wahrscheinlich diesem A. gehören die sonst erwähnten Stücke Ἀλκμέων, Ἕκτωρ, Ἑρμῆς (wahrscheinlich Satyrspiel), Ναύπλιος und die, welche CIA II 973 erwähnt werden: Ἀχιλλεύς, Ἀθάμας, Ἀντιγόνη, Λυκάων; vgl. CIA II 977 b 3. Fragmente bei Nauck Trag. gr. fragm.² 777ff. Welcker Gr. Trag. III 1052ff.

Nachträge und Berichtigungen

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band S I (1903), Sp. 156
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[Abschnitt korrekturlesen]
S. 1867, 31 zum Art. Astydamas Nr. 1 und 2:

Astydamas Nr. 2 war der Schüler des Isokrates, schrieb 240 Stücke, mit denen er 15 Siege davontrug, und war der Verfasser des Παρθενοπαῖος. Das ergiebt sich aus der Stellung des Namens A. in der dionysischen Siegerliste CIA II 977 frg. b zwischen Theodektes und Karkinos auf der einen und Aphareus auf der andern Seite, verglichen mit den sonstigen Zeugnissen. Der Παρθενοπαῖος wurde nicht 372, sondern 340 aufgeführt (CIA II 973). Die Basis der ihm im Theater gesetzten Statue (CIA II 1363) kann nicht vor der Vollendung des Theaters des Lykurgos aufgestellt worden sein, fällt also nach 338–330. Die Irrtümer des Suidas, Photios u. s. w. sind grösstenteils palaeographischer Art, die Angaben des Diodor sind ganz richtig. Vgl. Capps Americ. Journ. of Philol. XXI (1900) 41ff. Ein dritter tragischer Dichter A. steht CIA II 551.