RE:Azenia

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,2 (1896), Sp. 2642
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Azenia (Ἀζηνία, Demot. Ἀζηνιεύς, auch Ἁζηνιεύς nach Polemon bei Suid.), mittlerer attischer Demos der Phyle Hippothoontis (besonders stark vertreten in römischer Zeit auf Ephebenlisten und Grabinschriften, wie auf den ersteren auch Besa, Hadrianis). Strabon VIII 398 nennt in seiner Aufzählung der südwestlichen Küstendemen Attikas vom Peiraieus aus μέχρι τῆς ἄκρας τοῦ Σουνίου nach Anaphlystos an letzter Stelle die Ἀζηνεῖς, wie er auch als letzte Insel Patroklu Charax (= Gaïdaronisi) anführt. Die bisher gültige Annahme, dass A. denn auch dieser Insel gegenüber den westlichen Teil der attischen Südspitze (das Küstengebiet von Porto Charaka und Legraná) eingenommen habe, wird neuerdings mit der Conjectur bestritten, dass bei Strabon vielmehr Ἀτηνεῖς zu lesen sei, da Atene zur benachbarten Paraliagruppe der Antiochis gehörte, A. dagegen Enclave sein würde (Loeper Athen. Mitt. XVII 335. 417f. v. Schoeffer in einem russischen Werke und in Bursians Jahresber. LXXV 1893, 49). Letzterer Umstand, auf welchem jene Neuerung beruht, kann indes nicht massgebend sein; näheres s. Athen. Mitt. XVIII 300ff., oben Artikel ‚Attika‘ S. 2198, ebenso u. Atene und Kopros. Vgl. auch den Eponymos Azen (Azan, Aizen) neben dem benachbarten Anaphlystos, Sphettos u. s. w. unter den Repräsentanten überseeischer Verbindungen, die vom Peloponnes nach Attika (und Kleinasien) leiten, G. Kirchner Attica et Peloponnesiaca 21f. Maass Gött. Gel. Anz. 1889, 817, während eleusinische Beziehungen zu Arkadien und den Azanen (Töpffer Att. Genealogie 102f., worauf einmal Combinationen gebaut werden könnten, da ausserdem die einzige nichtathenische Grabschrift auf einen Azenieus in oder bei Eleusis zum Vorschein gekommen ist, CIA III 1493) offenbar erst von Eleusis ausgegangen sind, Azan übrigens nirgends Sohn der Metaneira, Enkel des Krokon heisst.