RE:Demokedes

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band V,1 (1903), Sp. 132
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Demokedes (Δημοκήδης), Sohn des knidischen Asklepiospriesters Kalliphon, in Kroton geboren, wohin sein Vater übergesiedelt zu sein scheint, war einer der berühmtesten Ärzte seiner Zeit. Als öffentlich besoldeter Arzt war er zuerst in Aigina und Athen, dann am Hofe des Polykrates von Samos thätig. Nach der Ermordung des Tyrannen (522 v. Chr.) gelangte er zu dem Perserkönig Dareios, bei dem er in hoher Gunst stand, seitdem er ihm ohne Anwendung der üblichen Gewaltmittel eine Verrenkung am Fussgelenk geheilt hatte, wie er die Königin Atossa von einem Gewächs an der Brust befreite. Trotz seiner ehrenvollen Stellung sehnte er sich aus Susa fort und wusste sich auf geschickte Weise dem Fürstendienste zu entziehen. Er kehrte in seine Vaterstadt Kroton zurück und wurde hier in die politischen Unruhen der Pythagoreer, zu denen ihn Iamblich (vit. Pyth. 257) zählt, verwickelt. Als Verteidiger der bestehenden aristokratischen Verfassung unterlag er dem Angriffe der von Theages geführten Volkspartei und musste mit mehreren Anhängern nach Plataia flüchten. Verheiratet war er mit einer Tochter des Ringkämpfers Milon. Obwohl Plinius unter den für das 12. und 13. Buch seiner hist. nat. benützten Quellen den Arzt D. nennt (doch ist die Lesart unsicher), so ist doch nicht wahrscheinlich, dass von dem alten Krotoniaten echte Schriften vorhanden waren. Ausführlich berichtet über D. Herodot III 125. 129–138, einiges andere bringt Iamblich. a. O. 261. Man vgl. ferner Aelian. v. h. VIII 17. Cass. Dio XXXVIII 18, 5. Suid. s. Δημοκήδης. Phot. bibl. cod. 243 p. 376 Bk. Athen. XII 522 B. Von Neueren s. Krische Forschungen 72. Gomperz Griech. Denker I 224. Wachtler De Alcmaeone Crotoniata (Leipz. 1896) 90.