RE:Gratianus 2

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band VII,2 (1912), Sp. 1831
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2) Vater der Kaiser Valentinian und Valens (Dessau 758. Ammian. XXX 7, 1. 2. Vict. ep. 45, 2. Symmach. or. I 3. Auson. grat. act. 8, 39). Aus niederem Stande bei Cibalae geboren, bekam er schon als Knabe den Beinamen Funarius, weil fünf Soldaten ein Tau, das er trug, ihm nicht zu entreißen vermochten (Ammian. XXX 7, 2. Vict. ep. 45, 2). Er diente als Protector domesticus in Salona (Ammian. XXX 7, 3. CIL III 12900[1]), also wahrscheinlich am Hofe Diocletians nach dessen Abdankung, d. h. zwischen 305 und 316. Um 321, als ihm sein älterer Sohn geboren wurde, war er Tribunus in Illyricum und wurde dann Comes Africae (Ammian. XXX 7, 3. Symmach. or. I 1). Da er in diesem Amt in Verdacht kam, Geld unterschlagen oder die Untertanen geplündert zu haben, wurde er abgesetzt, aber nach einiger Zeit zum Comes Brittanniarum ernannt. Nachdem er sich in das Privatleben zurückgezogen hatte, bewirtete er 350 oder 351 in seinem Hause den Usurpator Magnentius und wurde dafür von Kaiser Constantius mit Konfiskation bestraft (Ammian. XXX 7, 3). Als seine Söhne zu Kaisern erhoben waren, beschloß der Senat von Konstantinopel, ihm eine Statue errichten zu lassen (Themist. or. VI 81 d); eine andere wurde ihm in Cirta gesetzt (Dessau 758).

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Corpus Inscriptionum Latinarum III, 12900