RE:Hamilkar 9

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band VII,2 (1912), Sp. 2308–2309
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9) Hamilkar, Flottenchef von Hannibals Bruder Hasdrubal, der nach dessen Abzug das Oberkommando von Spanien übernommen hatte, ging beim Vormarsch von Neukarthago Frühjahr 217 nach dem Ebro mit der Flotte vorauf, Polyb. III 95, 2. In ähnlicher Stellung befand er sich noch 212 nach Polyb. VIII 1, 8; doch scheint es, als ob er damals in Sizilien kommandierte, worauf indessen bei der abgerissenen Natur des Exzerpts nicht viel zu geben ist. Jedenfalls stand er wieder beim Heere Hasdrubals, als dieser seinen Zug nach Italien antrat, blieb jedoch in Norditalien zurück, wo es ihm im J. 200 gelang, einen Aufstand ligurischer und gallischer Stämme anzuzetteln, Liv. XXX 10–11. Er eroberte Placentia und Cremona, worauf der Senat seine Auslieferung in Karthago verlangte. Da die Karthager dazu nicht imstande waren, verbannten sie ihn und konfiszierten seine Güter (Liv. XXX 19). Kurz darauf ward er vor Cremona von dem Prätor L. Furius angegriffen und besiegt, wobei er selber in der Schlacht fiel (c. 20). Indessen erzählt derselbe Livius (XXXII 30), er sei im Jahre 197 bei einem großen Siege über die Insubrer und Cenomanen vom Consul C. Cornelius Cethegus gefangen genommen und später (XXXIII 23) im Triumph aufgeführt worden. Entweder folgt Livius hier einer andern Quelle, oder es handelt sich um zwei verschiedene [2309] Männer, was bei der Häufigkeit des Namens nicht ganz ausgeschlossen wäre.