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RE:Herkeios

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Epiklesis des Zeus
Band VIII,1 (1912) Sp. 686–687
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Otto Jessen: Herkeios. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Band VIII,1 (1912), Sp. 686–687, digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/RE:Herkeios

Herkeios (Ἑρκεῖος), Epiklesis des Zeus, der innerhalb des ἕρκος, im Hof des Hauses seinen Altar hatte als der Beschützer des Hausfriedens, ᾧ βωμοὶ ἐντὸς ἕρκους ἐν τῇ αὐλῇ ἵδρυνται, Harpokrat., Suid., Hesych. s. ἑρκείου Διός, Etym. Magn. s. ἕρκιος Ζεύς; Athen. V 189f: Ὅμηρος δὲ τὴν αὐλὴν ἀεὶ τάττει ἐπὶ τῶν ὑπαίθρων τόπων, ἔνθα ἦν ὁ τοῦ ἑρκείου Ζηνὸς βωμός.

In der Ilias XVI 231 tritt Achilleus aus seinem Zelte heraus und opfert στὰς μέσῳ ἕρκει dem Zeus. Nach Schol. Ven. B und Townl. zu dieser Stelle (vgl. Eustath. 1057, 32; Hesych. s. μεσέρκειος) hieß Zeus auch μεσέρκειος. In der Odyssee XXII 335 bringen Laertes und Odysseus in dem Hofe ihres Palastes am Altar des Zeus H. Opfer dar. In Troia sollte Priamos am Altar des Zeus H. getötet worden sein. Das wird seit der Iliupersis (p. 49 Kinkel Ep. Gr.) oft wiederholt, vgl. Paus. X 27, 2. Eurip. Troad. 16 (nebst Schol.). 483, Hekab. 23. Apollod. epitom. 5, 21. Quint. Smyrn. VI 147. XIII 222. 434. Tryphiod. 400. 635. Tzetz. Posthom. 733. Seneca Agamemn. 469. 830. Lucan. Pharsal. IX 979. Serv. Verg. Aen. II 506 = Myth. Vat. I 213; vgl. auch die Inschrift auf einem der sog. Homerischen Becher, Robert 50. Berlin. Winckelmannsprogr. S. 44. Winter Arch. Jahrb. XIII S. 80ff. Taf. V. An diesen Altar des Zeus H. sollte sich einst Paris geflüchtet haben, Hygin. fab. 91. Alexander der Große ehrte ihn durch ein Opfer, Arrian. anab. I 11, 8. In Argos zeigte man das dreiäugige Kultbild des Zeus, das einst beim Altar des Zeus H. in Troia gestanden hatte und von Sthenelos nach dem Athena-Tempel von Argos gebracht war, Paus. II 24, 3. VIII 46, 2. vgl. IV 17, 4. X 27, 2.

In Olympia zeigte man in den Ruinen des Oinomaos-Palastes den angeblich von Oinomaos selbst errichteten Altar des Zeus H., Paus. V 14, 7.

In Athen stand der Altar des Zeus H. im Pandroseion. Philochor. frg. 146 bei Dionys. Halik. de Dinarch. 3. Ein Rundaltar trägt die Inschrift Διὸς ἑρκείου, Ἑρμοῦ, Ἀκάμαντος, IG II 1664. Jedes adelige Geschlecht verehrte hier seit alter Zeit den Zeus H. und Apollon Patroos, und als die unteren Stände in die Phratrien aufgenommen waren, nahm jeder Bürger an diesen Kulten teil. Bei der Dokimasie der Beamten wurde u. a. gefragt: εἰ ἔστιν αὐτῷ Ἀπόλλων Πατρῷος καὶ Ζεὺς Ἑρκεῖος καὶ ποῦ ταῦτα τὰ ἱερά ἐστιν, Aristot. resp. Athen. 55, 3. Poll. VIII 85, vgl. Demosth. LVIII 67. Bei Plat. Euthydem. 302 D betont Sokrates sein attisches Staatsbürgertum durch den Hinweis auf diese Götter; vgl. auch Kratin. min. frg. 9 Kock (bei Athen. XI 460f.): Ζεὺς ἔστι μοι [687] Ἑρκεῖος, ἔστι Φράτριος; Harpokrat. Suid. s. Ἑρκεῖος Ζεύς .... μετῆν δὲ τῆς πολιτείας, οἷς εἴη Ζεὺς Ἑρκεῖος. Schoemann Opuscula I 318f. Griech. Altert.⁴ II 577f. Toepffer Att. Geneal. 6f. Sophokl. Antig. 487 gebraucht den Ausdruck τοῦ παντός .... Ζηνὸς ἑρκείου metonymisch für ‚die ganze Familie‘, wie die Scholien und Eustath. Hom. Od. 1930, 31 richtig bemerken, vgl. Reichenberger Entwicklung des metonym. Gebrauchs der Götternamen 64.

In Sparta opfert Demaratos in seinem Hause dem Zeus, ruft seine Mutter herbei und fragt sie beim Zeus H., wer sein Vater ist, Herodot VII 68.

Am Pangaion: Grenzstein Διὸς ἑρκείου πατρώου καὶ Διὸς κτησίου. Bull. hell. XVIII, 441.

Auf Delos: Weihung an Zeus H., Bull. hell. II 397 nr. 3.

In Bithynion = Claudiopolis: Inschrift, Perrot Exploration arch. de la Galatie 55 nr. 40.

Sonstige Erwähnung des Zeus H. z. B. Aristoph. frg. 245 Kock (Schol. Aristoph. in Pac. 923). Trag. adesp. frg. 71 Nauck² p. 852. Maxim. Phil. Κατάρχ. 325. Ps. Aristot. de mundo 7 p. 401 a 20. Cornut. 9. Myth. Vat. III 4, 4.

Οἱ Ἑρκεῖοι Übersetzung von Penates, Dionys. Hal. I 67.

[Jessen. ]