Zum Inhalt springen

RE:Hermos 2

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
unkorrigiert
Dieser Text wurde noch nicht Korrektur gelesen. Allgemeine Hinweise dazu findest du bei den Erklärungen über Bearbeitungsstände.
Fluß in Kleinasien
Band VIII,1 (1912) Sp. 903–904
Scan: 903–904, OCR
Register VIII,1 Register h
Link für WP
* {{RE|VIII,1|903|904|Hermos 2|[[Ludwig Bürchner]]|RE:Hermos 2}}
Zitierempfehlung
Ludwig Bürchner: Hermos 2. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Band VIII,1 (1912), Sp. 903–904, digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/RE:Hermos_2

2) (ὁ Ἔρμος Il. XX 392. Hesiod. theog. 343. Strab. XII 554. XIII 582. 584. 621f. 626. Mel. I 17, 3. Plin. n. h. V 119. Ptolem. V 2, 5. Nonn. XII 124. Claud. Eutr. I 214 [vielleicht vgl. Ἐρμοῦ πεδίον Steph. Byz. (s. den Artikel) auch Ἐρμός betont], Ἔρμων Ducas 83), Fluß, der im kleinasiatischen Phrygien nahe der phrygo-lydischen Grenze entspringt, durch Maionia, die Katakekaumene und das westliche Lydien fließt und sich nahe bei Tamnos (Temnos) nördlich von Smyrne in die Hermeiosbucht ergießt, in der die Μύρμηκες = Klippen (Plin. n. h. a. a. O.) vorgelagert waren. Der Name hängt, wenn aus griechischem und nicht kleinasiatischem Sprachgut, kaum mit dem altindischen sarma = Fließ, wohl aber mit ἔρμα (von εἴρω) zusammen; denn der Fluß führte schon im Altertum viel Geröll mit: πολυψῆφις im dritten Pythiaorakel für Kroisos, Herod. I 55. Plat. r. p. VIII 566 c. Anth. XIV 112. Er entspringt im Dindymosgebirge im phrygischen Maionien (Herodot. Strab. a. a. O.), nicht weit von Dorylaion (Plin. a. a. O., vgl. Hamilton Researches 107ff.). Nach Strab. XIII 625, der Mysien sich weit nach Osten erstrecken läßt, fällt sein Ursprung nach Mysien. Sein Lauf ist sehr gekrümmt, erst nach Südwesten, dann nach Nordwesten gerichtet. Das mittlere H.-Tal in Lydien beschrieben von Fontrier Μουσεῖον Εὐαγγ. Σχολῆς V (1886) 9ff.: τὸ Ὑρκάνιον πεδίον, dann Bull. hell. XI 79, Karte von G. Weber. An Dichterstellen (Verg. Georg. II 137. Mart. VIII 78, 5. Sil. I 159) wird des Goldsandes in seinem Bett Erwähnung getan. Prokesch v. Osten gibt (Denkwürdigkeiten u. Erinn. aus dem Orient III 48) an, bei Sardeis habe er die Breite des Flusses auf 200 m und die Tiefe auf 2, 25 geschätzt. Als Nebenflüsse werden von den Alten genannt: von rechts Kryos, Hyllos (später Phrygios genannt), Lykos; von links Kogamos, Paktolos, Acheloos. Auf Münzen von Salta (Imhoof-Blumer Rev. Suisse de Num. 1897, 277ff.), von Magnesia a. S., von Temnos ( [904] Imhoof-Blumer Berliner Zeitschr. f. Numism. 1896, 283) ist der Flußgott dargestellt, Imhoof-Blumer Kleinas. Münzen 521. Sein Oberlauf heißt jetzt Murad daghi su, dann Jedis tschai. Sein Unterlauf ist seit 1886 an der Mündung wegen seiner Verschlammungstätigkeit korrigiert. Die Veränderungen im Mündungsgebiet des H., durch die dem Busen von Smyrna dasselbe Schicksal drohte, wie es der von Miletos erfahren hat, hat dazu geführt, daß man den Fluß mit großem Kostenaufwand ins alte nach Westen gerichtete Bett ableitete, aus dem er durch vorgelagerte Inselchen (Myrmekes s. d.) abgelenkt worden war, nachdem er seit dem Altertum ein Landgebiet von 350 □km allmählich angesetzt hatte, H. Kiepert Globus 1887, 150f. Ältere Literatur noch: Richter Wallfahrten im Morgenlande 493. Chandler Travels c. 21, 104. Zur Geschichte: Judeich Kleinas. Stud. 38. 1, 59ff. 70.