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RE:Hiera Kome, Hierokaisareia

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Ortschaft am Hyllos, in Lydien
Band VIII,2 (1913) Sp. 14011402
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Register VIII,2 Register hi
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Hiera Kome, Hierokaisareia (ἡ Ἱερὰ Κώμη Polyb. XVI 1, 8. XXXII 27, daraus HermoL-Steph. Byz. [= geweihtes Dorf bezw. geweihte Caesar-stadt]), Ortschaft am Hyllos, jetzt Kum(Sand-)tschai in Lydien (nach HermoL-Steph. Byz. in Karien); berühmt durch die Verehrung der persischen Artemis (Radet Rev.-Et. Anc. X [1908] 157ff.) und deren Heiligtum, das 201 v. Chr. Philippos V. von Makedonien und um 155 v. Chr. der König Prusias II. von Bithynien beraubten, sowie durch den noch im 2. nachchristlichen Jhdt in Ansehen stehenden persischen Feuerkultus Paus. V 27, 5. Ruinen beim jetzigen Sas owassi R. Kiepert Karte von Kleinasien Cl. I. Keil und Premerstein Denkschriften Akad. Wien LIII II 56. Es lag an der wichtigen Verbindungsstraße von Pergamon über Thyateira nach Sardeis. Imhoof-Blumer Lydische Stadtmünzen 8 hat aus dem Verlauf des Plünderungszugs des Prusias II. nachgewiesen, daß Hierokome und Hierokaisareia zu identifizieren sind. Er kam von Thyateira über H nach Temnos, in dessen Nähe er den Tempel des Apollon Kynneios plünderte. Da keine andere Örtlichkeit in der Umgegend außer etwa die Ruinen bei Sarý Tscham westlich am Delidsché tschay einen Tempel der persischen Artemis hatte, so ist es wohl nicht zweifelhaft, daß H. und Hierokaisareia, das ebenfalls einen solchen Tempel hatte und auch zwischen Thyateira und Temnos lag, ein und dieselbe Örtlichkeit sind. Die Æ-Münzen von H. zeigen auf den Aversen das Brustbild der Artemis, darunter „Περσική" oder einen Mager (vgl. Paus. V 27, 5), auf den Reversen: in Ligatur Ἱερ und die Darstellung der Artemis, eines liegenden Hirsches. Die Münzen stammen aus dem 1. vorchristl. Jhdt.; aber es ist möglich, daß der Ort schon im 2. Jhdt Stadtrecht gehabt hat, da man die Widmung von βουλὴ καὶ ὁ δῆμος an einen König Philippos (V.?) (Μουσεῖον Εὐαγγ. Σχολ. 1886, 39 nr. φιή. Bull. hell. XI [1887] 104 nr. 25 auf H. beziehen kann. Die Überreste von Hierokaisareia hat A. Fontrier in den Sanddünen südlich von Sas owassi aufgefunden, Μουσεῖον τῆς ἐν Σμύρνη Εὐαγγελ. Σχολῆς 1886, 29ff. Radet (La Lydie 1893, 318, 18) hat angenommen, daß H. in den Ruinen von Mermere (s. den Art. Hierokapeleia) zu suchen sei. Imhoof Lyd. Stadtmünz. 9 hält dieser Ansetzung entgegen, daß der Hauptsitz der Verehrung der persischen Artemis in jenen Gegenden das spätere Hierokaisareia gewesen sei. Er nimmt an, daß zwischen der Zeit des Polybios und der des Tacitus ann. II 47. CIL X 1,[1] 201 nr. 1624, der Namenswechsel des Ortes stattgefunden hat. Einen gewissen Wohlstand hatte schon Hiera Kome erreicht, wie das Prägen von Münzen zeigt. Die Veranlassung zur Umänderung des Namens ist nach Imhoof-Blumer die Erdbebenkatastrophe in Kleinasien vom J. 17 n. Chr; s. o. (Tac. und CIL a. a. O.) und die kaiserliche Hilfe durch Tiberius, Keil-Premerstein vermuten (Denkschr. Akad. Wien LIII II 56), daß die Umnennung schon mit der Annahme der Augustusverehrung in Zusammenhang stand. Die ersten Prägungen von Hierokaisareia fallen in den Beginn der Herrschaft [1402] Neros 54–59 n. Chr. Bilder: Artemis, Zebuochse, Altar mit Flamme [Feuerkultus], Hirsch, Gorytos und Köcher, Tyche und Stadtgöttin mit Turmkrone, Perseus, der Flußgott Glaukos, Kopf des Demos. Daß aber das Heiligtum ihrer Stadt in die Zeit des Perserkönigs Kyros hinaufreicht, machten die Gesandten in Rom geltend, Tac. ann. III 62. Ptolem. V 2, 16 (V 2, 14 M) setzt H. 15' südlich von Pergamon an. Die gymnischen Spiele von H. τὰ μεγάλα Σεβαστὰ Ἀρτεμίσια Keil-Premerstein Denkschr. Akad. Wien LIII II 56. Μουσεῖον Εὐαγγ. Σχολ. 1886, 34 nr. φιβ. Bull. hell. XI (1887) 96 nr. 18. Körte Inscr. Bureschianae 13ff. nr. 15ff. Zu H. hat eine Χωριανῶν κατοικία eines Ortes Chora in oder bei Selendi gehört, Keil-Premerstein Denkschr. Akad. Wien LIII II 57. Pausanias erwähnt den in H. geübten persischen Feuerdienst und die fremde Sprache des Magers, der das Feuer sich entzünden läßt. Christen in H. schon zu Anfang des 3. Jhdts. (Denkschr. Akad. Wien LIII II 58. Der Bischof von Hierokaisareia war (Not. episc. I 182. III 115. VIII 194. IX 101. X 242. XIII 103) dem Metropoliten von Sardeis suffragan. Neuere Literatur über Hierokaisareia: Fontrier Μουσεῖον τ. ἐν Σμύρνη Εὐαγγ. Σχολ. 1886, 29ff. Foucart Bull. hell. XI (1887) 93ff. Schuchhardt Athen. Mitt. XIII (1888) 7. Ramsay Hist. Geog. As. min. 128. Radet La Lydie 318. Imhoof-Blumer Lyd. Stadtmünz. 5ff. Kleinas.

Münzen 172f. u. 521. Buresch Aus Lydien 33. 138. 184 Klaros 3. Head Cat. Brit. Mus. Lydia LVII. V. Chapot Province d'Asie 99. Über das Flüßchen Glaukos s. o. Bd. VII S. 1407f.

Anmerkungen (Wikisource)

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  1. Corpus Inscriptionum Latinarum X, 1.