Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
11) Ein Sklave aus Karien, der zum Abschaum der Menschheit gehörte und dann ein bevorzugter [1477] Günstling des Kaisers Elagabal wurde. Als Wagenlenker aus der Schule des Cordius erregte er einst durch seine äußere Erscheinung die Lüsternheit des geschlechtlich pervers veranlagten Herrschers, der ihn wegen seiner ausschweifenden Sinnlichkeit so sehr schätzte, daß er selbst seine Mißhandlungen willig erduldete, Dio exc. LXXIX 15 (= Zonar. XII 14 p. 118 Dind.); vgl. Hist. aug. Elag. 6, 5. Andere Lieblinge des Kaisers, wie z. B. Aurelius Zoticus, wußte er zu verdrängen, Dio 16, 6. Seine Macht wurde immer größer; nicht nur, daß seine Mutter aus dem Sklavenstande bis zur Würde konsularischer Frauen emporgehoben wurde, er selbst beherrschte den Kaiser völlig, der seinetwegen mit seiner Großmutter (der Kaiserin Iulia Maesa) in Streit geriet und sogar daran dachte, ihn zum Caesar zu erheben (vielleicht darauf spielt Herodian. V 7, 2 an), Dio a. a. O. Als dann aber durch den Einfluß der kaiserlichen Frauen doch Severus Alexander Mitregent wurde, hatte die Günstlingswirtschaft ein Ende; Elagabal mußte einige seiner schändlichsten Genossen der Wut der Soldaten preisgeben, vermochte aber schließlich durch flehentliches Bitten wenigstens H. zu retten; nur mußte er ihn vom Hof entfernen (Hist. aug. Elag. 15, 2. Dio 19, 3. Zonar. a. a. O. ein wenig anders, vielleicht durch Mißverständnis). Zwar durfte H. bald wieder zurückkehren, er kam aber nicht lange darnach zugleich mit dem Kaiser ums Leben (Hist. aug. Elag. 15, 4. Dio 21, 1 = Zonar. 119), im März 222 n. Chr.