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RE:Hierokles 19

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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aus Alabanda, Vertreter des Asianismus 2./1. Jh. v. Chr.
Band VIII,2 (1913) Sp. 1487
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Zitierempfehlung
Ludwig Radermacher: Hierokles 19. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Band VIII,2 (1913), Sp. 1487, digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/RE:Hierokles_19

19) Hierokles aus Alabanda in Karien ist mit seinem Bruder Menekles, der regelmäßig neben ihm genannt wird (auch Strab. c. 661), um die Wende des 2.–1. Jhdts. v. Chr. Hauptvertreter der asianischen Beredsamkeit. Cicero schätzt ihn als Redner von ausgesprochener Begabung (or. 231), freilich seinen Bruder als den bedeutenderen (Brut. 325); er hebt an beiden Originalität und Reichtum an Einfällen und den gezierten Parallelismus in der Gedankenentwicklung hervor und scheidet ihre Art ausdrücklich von einer zweiten Form des Asianismus, die reine Wortkunst war (Brut. a. O., vgl. Norden Kunstprosa 139f.). Daß H. und Menekles Schule machten, bezeugt de or. II 95: ut hodie Alabandensem illum Meneclem et eius fratrem Hieroclem, quos ego (d. i. M. Antonius) audivi, tota imitetur Asia; daß auch H. auf Apollonius und Molon gewirkt hat, die aus Alabanda stammten und später die berühmte Schule in Rhodos leiteten, läßt sich aus Strab. c. 655 folgern, wo freilich nur Menekles als Lehrer genannt wird. Jedenfalls sind H. und Menekles gemeint, wenn Dionys von Halikarnass περὶ τῶν ἀρχαίων ῥητόρων 447 R. die asianische Beredsamkeit als Καρικόν τι κακόν bezeichnet. Vgl. auch Blass Die griechische Beredsamk. von Alexander bis Augustus 62f. Ein Διονυσικλῆς Ἱεροκλέους Ἀλαβανδεύς erhält 237/6 v. Chr. oder 234/3 v. Chr. in Delphi die Proxenie (Philol. LVIII 67 n. XI), und Pomtow bemerkt dazu, es sei nicht unmöglich, daß Vorfahren des berühmten Rhetors in dem Beschluß genannt seien, obwohl sich ,der Name Ἱεροκλῆς gerade in Karien auch sonst häufiger findet‘ (ein Ἱεροκλῆς Μενεκλεῦς aus Halikarnass erscheint IG XII 3. 168 Z. 55 auf einer Inschrift von Astypalaia, die nach Hiller v. Gärtringen ins 1. Jhdt. v. Chr. gehört).