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RE:Hoplites 3

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Lauf in Waffenrüstung
Band VIII,2 (1913) Sp. 2297–2298
Scan: 2297–2298, OCR
Register VIII,2 Register hi
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Julius Jüthner: Hoplites 3. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Band VIII,2 (1913), Sp. 2297–2298, digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/RE:Hoplites_3

3) Ὁπλίτης, δρόμος ἔνοπλος, auch ὅπλον, der Lauf in Waffenrüstung. Nach Phil. Gymn. 7 soll er uralt und in Nemea zu Ehren der sieben Helden eingeführt worden sein. In die olympischen Spiele fand er jedoch erst 520 v. Chr. Eingang (lui. Afric. zu Ol. 65. Paus. V 8, 10, Phil. Gymn. 13), und zwar nach der Sage zum Andenken an die von einem Schwerbewaffneten überbrachte Meldung eines Sieges der Eleer gegen die Dymaier. Diese Aitia wird indes von Philostrat zurückgewiesen, der dem Waffenlauf die symbolische Bedeutung zuschreibt, das Aufhören des Gottesfriedens und den Wiederbeginn des Kriegszustandes anzudeuten, da diese Übung nämlich in der Reihenfolge die letzte war (vgl. auch Paus. III 14, 3. Plut. qnaest. conv. II 5. Artem. onir. I 63, sowie die Olympionikenlisten von Phlegon und Oxyrhynchos). Als der hervorragendste H. galt aber nach Phil. Gymn. 8 (vgl. Paus. IX 2, 6) der an den Eleutherien zu Plataiai zur Erinnerung an den Sieg gegen die Perser abgehaltene und zwar wegen der Länge der Bahn und wegen der den Mann deckenden Waffenrüstung. Er soll dadurch erschwert gewesen sein, daß ein jeder, der darin nach einem errungenen Siege zum zweitenmal auftrat, Leibbürgen stellen mußte, da er im Falle einer Niederlage dem Tode verfiel. Die Ausrüstung mag ursprünglich die gesamte Kriegswehr umfaßt haben, doch läßt sich dies nicht erweisen, da Vasenbilder mit einhereilenden Hopliten mit Schutz- und Angriffswaffen nach Gardiner Athlet [2298] sports 289 besser militärisch als agonistisch gedeutet werden. Sicher erweislich sind jedoch für die ältere Zeit Helm, Schild und Beinschienen, welch letztere dann etwa um die Mitte des 5. Jhdts. verschwinden; schließlich bleibt der Schild allein (Paus. VI 10, 4. V 12, 8). Die Länge der Bahn beim H. ist, wie schon die Bemerkung über die Eleutherien beweist, an verschiedenen Orten offenbar verschieden gewesen. Der von Nemea wird von Philostrat als ἴππιος (s. d.) bezeichnet, muß also vier Stadien umfaßt haben, was man auch für Plataiai wird voraussetzen dürfen. Zu Olympia (Paus. II 11, 8) und Athen (Arist. Av. 291 und Schol.) war der Waffenlauf ein Diaulos (s. d.). Plat. Leg. 833 B, der in seinem Idealstaat nur Waffenlauf, keinen nackten Lauf dulden will, geht beim Schwerbewaffneten bis 60, beim Leichtbewaffneten bis 100 Stadien. Von einem Ablegen und Wiederaufnehmen des Schildes während der Ausführung des Laufes, was Hauser vermutet hat, kann natürlich keine Bede sein. Die Beliebtheit des glänzenden Schauspieles, das der H. bot, geht auch aus der Häufigkeit hervor, mit der er in allen seinen Phasen auf Vasenbildern dargestellt ist. In bunter Bewegung sieht man die Läufer sich waffnen oder beim Start antreten (Schema der tuscischen Bronze) oder bereits in eiligem Laufe begriffen; vgl. insbesondere die Euphroniosschale Hartwig Meistersch. Taf. XVI. Journ. hell. Stud. XXIII 278. 284. Gerhard Auserl. Vas. 257. 261. Die panathenäische Vase des J. 336 v. Chr. Mon. d. Inst. X. XLVIIIe, 3. Literatur und weitere Darstellungen: Krause Gymn. u. Agon. 353ff, Bussemaker in Daremberg-Saglio I 1644f. Hauser Jahrb. II 95ff. X 182ff. Gardiner Journ. hell. Stud. XXIII 276ff.; Greek athlet. sports 285ff.