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RE:Hydra 1

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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die mythische Schlange
Band IX,1 (1914) S. 4450
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Hydra. 1) Die mythische Schlange. Das Wort ὑδρα (f. adj. zu ὑδρος) ist seiner Ableitung nach schon von den Alten meist richtig beurteilt worden, vgl. Serv. Aen. VI 287. Myth. Vat. III 13, 4. Es bedeutet Wassertier, dann Wasserschlange und läßt sich, wie schon Bopp sah, durch verschiedene Sprachen hindurch verfolgen, z. B. entspricht im ags. otor m., engt otter, ahd. ottar, altnord, otr (Eigenname in den Beginsml der älteren Edda), lit ûdra f., üdras m., lett ùdrs, altpr. udro f. (s. B. Trautmann Die altpreußischen Sprachdenkmäler 453), kslav. vy-iOdraf«), avest udro, altind. udrds (wohl nicht zugehörig Pâli uddo). Seinen ursprünglich appellativen Charakter scheint das Wort noch rein bewahrt zu haben, z. B. Fab. Aesop. nr. 147 (vgl. auch Crusius zu Herondas III 89. Die vat Aelians [nat an. VIII 13] sind der Vorstellung von der Lernäischen H. entlehnt, Tümpel Festschrift für Overbeck 148).

Die Erzählung von der Lernäischen H. mit ihren Einzelheiten, wie sie z. B. Apollod. II 5, 50 2, 1ff. gibt, darf als bekannt vorausgesetzt werden. Die älteste Erwähnung der H. liegt bei Hesiod. Theog. 3M vor, wo sie nach dem Hunde des Geryoneus Orthos und nach Kerberos als Sproß des Typhon und der Echidna bezeichnet wird (die gleiche Genealogie auch bei allen Späteren, s. Hyg. fab. 30. 151. Schol. Sophocl. Trach. 770). Weiter heißt es bei Hesiod: Sie, die Lernäische, zog Hera auf, dem Herakles grollend. Dieser aber tötete die H. mit dem Erze, unterstützt von Iolaos. Wichtig sind in dieser Partie besonders zwei Angaben: Die Η. wird die Lernäische genannt. Beim Sumpfe von Lerna, wo man sich auch den Eingang der Unterwelt dachte (Malten Archiv f. Religionsw. XII 295, 1, vgl. Schol. Lykophr. 212), ist sie gleichfalls bei allen Folgenden lokalisiert (Hekataios FHG I 27,347. Eurip. Herakl. 420; Ion 191. Sophokl. Trach. 1094. Schol. Eurip. Phoen. 1136. Strab. VIII [45] 368. Diodor. IV 11. Verg. Aen. VI 287. VIII 300. Orid. met IX 69.180. 15 8. Lucan. Phare. IV 683. Potron. een. Tr. 299. IG XIV 1298 CB. Apollod. II 5, 2, 1 u. 5. Schob Hesiod. Theog. 813. Sen. Aen. VI 287. Claudian Stü III 290. Lact. Plac. Theh. I 860. 384. II 877. Myth. Vat III 18, 4. Steph. Byz. s. . Phot. n. Suid. s. * Ὕδραν t//i»w. Schob Lukian. Phab I 8. Tzetz. Chib II 237. 492. Nik. Engen. V 818). Die Quelle, an der sie liegt, 1 nennen andere Amymone Apollod. II 5, 2, 2. Paus. II 37, 4. V 17, 11 und Arethas im Schob a. O., bisweilen heißt sie schlechthin Lema, Schob Eurip. Phoen. 1136. Schob Apolb Bhoi III 124. Arethas Schob Pans. V 17, 11. Schob Lukian. Phab I 8. Vgb Buttmann Mythob II 98‘ Friedländer Herakles 125, 1 (der Drache haust an der Quelle z. B. noch beim Verfasser der Πάτρια Κοναταηινονπόλζως III 211 und in neugriechischen Märchen). Lerna wird irrtüm-2 Mch von römischen Schriftstellern, Verg. Aen. XII 518. Val. Place. I 85f. 108. Myth. Vat. II 168 nach Arkadien gerückt Man sieht, daß die Bezwingung der H., des Wasserungeheuers, wie ihr Gegenstück die Überwindung des Nemeischen Löwen (vgb Pind. Nem, I 62f.), zu den aMte· sten Bestandteilen des Dodekathlos gehört und in der Heimat des Heros selbst ihren Sitz hat. Bedeutung hat dies insofern, als die Beurteilung des ursprünglichen Wesens der H. von hier aus- ί zugehen hat; die H. läßt sich auf keine Weise von Herakles trennen und führt sicher nicht eine ursprünglich selbständige Existenz in der griechischen Sage wie etwa der Drache Ladon und die Hesperiden, die erst sekundär zu Herakles in Beziehung gesetzt werden und nicht des Herakles selbst wegen da sind.

Höchst beachtenswert ist ferner, daß Hesiod bereits die Unterstützung des Herakles durch Iolaos erwähnt, der, wie andere erzählen, einen benachbarten Wald anzündet und mit den Feuer-bränden die Wunden der H. ausbrennt. Die Nennung des Iolaos. des Heros von Theben, zeigt uns böotischen Einfluß auf die Fassung dieses Heraklesabenteuers, wie sie Hesiod Vorgelegen hat, vgb v. Wilamowitz Herakles² 51. Daß der H. für jeden abgehauenen Kopf zwei neue emporwuchsen, gehört auf jeden Fall schon der ältesten Zeit an, und die zahlreichen Häupter sind nicht etwa erst im 6. Jhdt. im Epos, das man dem Peisandros zuschrieb, zuerst zu Anden, wie das Paus. II 37, 4 will; seine auf die Rationalisten (s. auch Herakb ». d. XXXDI) zurück-gehende Erklärung könnte man höchstens auf die Notizen des Serv. Aen. VI 287 und Myth. Vat. III 13, 4, die für jeden abgeschlagenen Kopf gleich drei neue erscheinen lassen, mit Erfolg verwerten.

Dreiköpfig ist z. B. im Avesta der Drache Dahäka, den Graëtaona schlägt (Höm. Yast Vasna IX 81 deempafrit neunköpfig der des litauischen Märchens). So dachte man sich ursprünglich wohl auch die t; allerdings vergrößerte man mit der Zaft allmählich die Köpfezahl der BL: beiAlkaioe PLG HI⁴ 185, 6g. 118 sind es noch neun, so nach i B. anf dem athenischen Porosgiebel und der Ohrmpiametepe (s. uX vgb Apollod. H 5, 2, 1. Hyg. fab. 12, 19f. Schm. fab. 80. Suid. s. Ὕδρα. [46] Tzetz. Chil. II 237, bei Simonides PLG HI⁴ 525, ftg. 203 fünfzig, vgl. Palaiph. π, à. 38. Verg. Aen. VI 576. Tietz. Theog. 165ff. Anecd. Matranga p. 583; ChiL H 248. 259, bei Eurip. Herakl. 1190. Diodor. IV 11. Ovid. met IX 71; vgl. Phot und Suid. 8. Ὕδραν τέμνει? hundert, während es allgemeiner Eurip. Herakl. 419 μυριόκρανος, 1274 ἀμφίκρανος (,die ringsherum Köpfe hat¹, s. v. Wilamowitz Herakles² 474). Quint Smyrn. VI 212 πολνδειράς. Hesych. s. Ὕδρα πολυκέφαλο?, im Schol. Lukian. Phal. I 8 παμπληθείς und bei Tzetz. Chil. II 492 πολυαύχβνος heißt Der Streit darüber (s. Tümpel Festschrift für Overbeck 152ff.; Philol. LVI341; vgl. auch Kalkmann Pausanias 220. Hitzig-Blümner Pausanias 12, 654) ist eigentlich ziemlich belanglos (vgl. v. Wilamowitz Herakles² 314); wie wenig im allgemeinen die Kunstwerke auf die Zahl Wert legen, zeigt die Berliner Vase Furtwängler Katalog I 308 nr. 1801, Wiener Vorlegebl. 1889 VII 3, wo auf derselben Vase einmal acht, das andere Mal zehn Köpfe dargestellt sind.

Mit welcher Waffe Herakles die H. angreift, müßte eigentlich klar sein; es paßt nur die δρπή, das ist die geeignete Waffe, sie erwähnt Eurip. Ion 192, und auch unter dem νηλέι χαλκθί Hesiod. Theog. 316 kann höchstens noch an ein Schwert gedacht sein; auf Kunstwerken ist die δρπή häufig 10 (vgl. auch die attische Hydria Patroni Ausonia I 33 Taf. I, deren Bild ich nicht zu deuten vermag, vgl. die bekannte Erichthoniosvaee Koscher Myth. Lex. 1 1, 1307). In der chalkidischen Kunst sind Löwenhaut und Keule notwendige Requisiten der Darstellung des Herakles, und das mag den Grund dafür bilden, daß Herakles schon auf alten Kunstwerken die H. mit der Keule angreift. Die Behauptung, hier sei nur das Anfangsstadium des Kampfes vorgeführt und im weiteren Verlaufe 40 habe die Keule der ἄρπη Platz gemacht, will mich nicht ganz Überzeugen (wertvoll dürfte die Bemerkung v. Wilamowitz' Herakles² 62 sein). Auch bei der Darstellung auf der Kypseloslade (s. u.) wird eher an den Bogen als Königswaffe gedacht sein, als daran, daß Herakles den Kampf mit Pfeilschüssen eröffnet, um die H. aus ihrem Schlupfwinkel herauszutreiben.

Die Verbindung des Iolaos mit der Sage mag die Einführung des riesigen Krebses zur Folge 50 gehabt haben, den Hera der H. zu Hilfe sendet, und gegen den Herakles Iolaos um Beistand bittet, Panyaesis in der Herakleia frg. 3 p. 255 K. (aus Ps.-Eratosth. Katast. 11. Schol. Germ. Arat. Schob Arat. 177. Phavor. s. καρκίνος). Hella· nikos und Herodoros FHG I 50, 40. II 32, 13 und andere, auch Kunstwerke (noch im geometrischen Stile A. B. Cook Classical Review XIII 77). Daß Eurystheus aus diesem Grunde die Arbeit nicht gelten lassen wollte (Apollod. II 5, 2, 606), ist erst eine Erfindung der Zeit, die einen festen Dodekathlos herausbildete. Nach der Tötung der H. taucht Herakles seine Pfeile in das Blut oder die Galle der H., wodurch sie unbedingt tötlich wirkend werden, Eurip. Herakl 422. SophokL Trach. 714 u. a.; mit ihnen erlegt er später den Nesaos, Sophokl. Trach. 567. övid. met IX 180. VaL Fbec. 1108t; die Geschichte von dem verderblichen Gewände der Deianeira [47] (vgl. Sophokl. Trach. 769ff. 834Λ und Schol. 884. Diodor. IV 88. Ovid. met IX 158. Apollod. II 7, 7, 9. Hyg. fak 34. 36), die sich hieran anschließt, und die Verbrennung auf dem Oeta können mit den älteren θργά des Dodekathlos nicht von jeher verbunden gewesen sein, denn der Flammentod aut dem Oeta läßt sich mit der Sage von der Erlangung der Hesperidenäpfel eigentlich nicht vereinbaren. Daß diese Verknüpfung erst sekundär sein kann, ergibt sich ja auch aus der wahren Bedeutung der Verbrennung auf dem Oeta. Wesentlich älter ist die Verbindung der Deianeirasage mit dem Tode auf dem Oeta, wie man aus Bakchyl. XV schließen darf.

Das Abenteuer des Herakles gegen die H. nimmt später im Dodekathlos die zweite Stelle ein und hat seine einheitliche Version bei den Autoren der Folgezeit bewahrt, die diese Tat meist mit der Tötung des Nemeischen Löwen zusammen oft erwähnen, vgb Eurip. Herakl. 41M 1190. 1274f. (s. auch Eurysth. satyr 374f. N.). Sophokl. Tracn. 769ff. 834ff. 1094 (vgb Cic. Tose. II 9, 22). Strab. VIK 368. Diodor. IV 11. 38. Verg. Aen. VI 287f. 576f. VIII 300. Horaz carm. IV 4, 61; epist. H 1, 10 und Schob Ps.-Acr. a. O. Ovid. met. IX 67É 158. 192 (Aristonikos v. Tarent FHG IV 337, 2). Lukan. Phars. IV 633. IX 644. Val. Flaco. I 35f. Stat. silv. V 3, 280; Theb. IV 169ff. Lukian. I 8 und Schob; Iupp. trag. 21; Anach. 35. Paus. II 37, 4. ' V 17, 11. Arrian. Epict dise. I 6, 32. 35. Apollodor. II 5, 2, 1ff. II 7, 7, 9. Hyg. feb. 12, 19f. Schm. feb. 80. 151. Serv. Aen. VI 287. 575; vgl. Myth. Vat. III 13, 4. Quint. Smyrn. VI 212ff. Claudien. III 290. 296. VIII 254 (XXXIII 39t). Coripp. Joh. IV 328f. Claud. Donat. Aen. VI 287. Lact. Plac. Theb. I 360. 384. II 377. IV 169. Apoll. Sid. c. XIII 5f. Schob Sophokl. Trach. 770. 834. 838. 1059. Phot. und Suid. s. Ὕδραν τεμνειν, Suid. s. Ὕδραν τίμνεις. Tzetz. Chil. II 237fL 492 (hier wird Quint. Smyrn. zitiert, doch die Verse sind aus der Anthologie); Theog. 165ff. Anecd. Matranga p. 583. Niketas Eugen. V 318. 322 u. a. m.

Die Sage gibt den Stoff für mehrere sprich-wörtliche Redensarten ab; so sagte man z. B. ffc δὺο οὐδ’ δ ἄραχλης und Ὕδραν τέμνειν (wri τθν ἀμηχάνων) Plat. leg. XI aus Schob Plat. Phaedon 89 C; vgl. C. Müller FHG II 32, 13. Plat. repubb IV 426 e und Schob Makar. 8. 25. 70. Diogen. 8. 61. Apost. 17. 49. Arsen. 51, 40. Liban. ep. 50. Zenob. 6. 26. Theophyb Si-mok. epist 16. Phot Suid. s. v,, ποικιλώτερος ὑόρας (bû τῶν δολερῶν, θαυμαζομενων) Herondas III 89; vgl. Ps.-Diog. 372. 669. Tzetz. Chib II 259f. Daß die Komödie mit der H. ebenso wie mit der Echidna, Sphinx und den Harpyien die Hetären gern verglich, erhellt aus Anaxuas Meineke FCG m 347f. Kock CAF II 270, 22, 5.121 t* NemÎÔt. Auch der Eubemerismus, Rationalismus und Allegorismus nahmen sich der Sage an. So gibt Palaiphatos folgende Deutung: Efe· rakles wurde von Eurystheus gegen die Feste H. gesandt, die der aufständische König Lemos mit 50 Bogenschützen besetzt hielt An die Stelle eines getöteten Verteidigers traten stete zwei neue. Zur Unterstützung des Lemos rückte [48] ein Heer Kam unter Kaikinos heran, während dem Herakles Iolaos mit einer Schar Thebaner Hilfe brachte. Endlich gelang es Herakles, die Burg in Brand su setzen und zu zerstören. Die rationalistische Erklärung der Sage ist uns bei Serv. Aen. VI 287 erhalten, während Spuren einer alle* gorischen Interpretation Schot Hesiod. Theog. 313 (vgl. dazu Herondas III 90. Seneca epist. 113, 9. Lukian. amor. 2. Phal. I 8. Ps.-Diog. 372. 669) erkennbar sind (anderes bei Cramer Anecd. Paris. I 321, 31, wo aber ὕδρος steht). Die astronomischen Schriftsteller knüpften den Namen zweier Sternbilder, der Ὕδρα und des Καρκίνος, an diesen afe des Herakles an, Ps.-Eratosth. Katast. 13. 16 Ol. Vgl. Robert Erat Cat. XI 88f. (Eudoxos und) Arat. Phaen. 442f. Dazu die Kommentatoren bei Maass Comment, in Arat. reliqu. Cicero Arat 458; de nat. deor. II 114. Vettius Valens 9, 28. 11, 23, 12, 13. 13, 15 Kroll; s. auch Schol. Hesiod. Theog. 313. Wegen der gegen Herakles bewiesenen Tapferkeit sei der Krebs unter die Gestirne versetzt worden. Eine aus älterer geographischer Literatur stammende Lokalsage der Stadt Ake in Phoinikien bietet Klaudios Iulios im 1. Buche der Phoinika bei Steph. Byz. s. Ζ4κή, nach der Herakles dort von seinen in dem Kampfe empfangenen Wunden geheilt wird. Ähnlich berichtet Nikander Pher. 685ff., daß Asklepios am Ufer des Melas den Geführten des Herakles heilt, der fälschlich Iphikles genannt wird; vgl. Schol. 687 dazu. Die Metaphrasis des Euteknios 676ff. setzt dort auch das Lokal des Kampfes an.

Die annehmbarste Erklärung des Mythos haben die alten Rationalisten gegeben, die ihn auf die Austrocknung der Sümpfe von Lerna beziehen, Serv. Aen. VI 287. Man darf wohl mit Schoe-mann Opusc. II 196. Preller, Robert, v. Wi-lamowitz (Herakles 62), Maass (österr. Jahresh. 40IX 163f.) und anderen an dieser Deutung festhalten. So erklärt sich das Ausbrennen in höchst natürlicher Weise; Herakles ist hier der kultur-schaffende Heros, wie ihn uns Pind. Nem. 162ff. III 23ff.; Isthm. IV 55ff. und Euripides HerakL 225f. schildern. Wenn man dagegen, wie z. B. Friedländer Herakles 125, 1, einwendet, die Austrocknung der Sümpfe sei gar nicht vollendet (vgl. dazu auch Baedeker Griechenland⁶ 344), so kann man sich gegen dieses Argument viel-50 leicht auf eine Version berufen, nach der der eine unsterbliche Kopf der H. am Wege nach Elaius vergraben und mit einem Steine belastet wurde, Apollod. II 5, 2, 5; vgl. die Fassung der Da-naidensage Apollod. II 5, 1, 11 (dieser Kopf war nach [‌Aristonikos v. Tarent FHGIV 337, 2 bei] Ptolem. Heph. nov. hist. II golden, zu Ptolem. s. Hercher Jahrb. f. PhiloL SuppL I 267Æ). Die Verbindung derH. mit den Sumpfniederungen schimmert möglicherweise noch durch bei den 50 auf dieselbe geographische Exegese (Enmann Jahrb. f. PhiloL CXXIX 509Æ. Kalkmann Pausanias 1571) zurückgehenden Notizen Strab. VIII 346. Ovid. met XV 282 und hsz V 5, 10 (rat Hitzig-Blümner Paus. II 1, 299), wonach der elische Fluß Anigros seinen Modergeruch von dem H.-Gifte hatte; denn dort sollte ernst ein von Harakles (wohl beim Gastmahle des Photos) verwundeter Kentaur (Pytenor Paus. a. O., Chiron [49]

Text fehlt

350; 8. Amphora, Gerhard AnserL Vasenb. 95; Mon. d. inst III 46, 4: Herakles mit Schwert, Iolaos, Athene; 9. Porosrelief der Akropolis zu Athen, *Εφημ. ἀρχ. 1884 Tat 7. Collignon Script gr. I 213 Fig. 101. Wiegand Poros-architektur der Akropolis zu Athen, Taf. VII! 4: Herakles mit Keule, Iolaos, Krebs; 10. Berliner Skarabäus des 6. Jhdts., Furtwängler Antike Gemmen Taf. VII 55: Herakles mit Keule; 11. Berliner st Schale des Nikosthenes und Anakies, Furtwängler Katalog I 308 nr. 1801, abgeb. Wiener Vorlegebl. 1889, VII 8: Herakles mit Sichel, Athene; 12. Berliner spätere et Vase, Furtwängler Katalog I 347 nr. 1854, abgeb. Mon. d. Inst III 46, 1: Herakles mit Sichel; 13. Streng rt Vase, Gerhard Auseri. Vasenb. H 148: Herakles mit Sichel, Iolaos mit Feuerbrand

Text fehlt

[50] 1. Métope von Olympia» Paus* V 10, 9. Hitzig« Blümner Paus. II 1, 338. Abgeb. Olympiawerk III Tat 35, 2, rekonstruiert 45, 2, bespr. p. 158ff.: Herakles mit Sichel und Fackel; 2. Ostmetope des Theseions, Sauer Das sog. Theseion 169ff. Tat VI 2: Herakles und Iolaos; (8. am delphischen Tempel, Eurip. Ion 190ff.: Herakles mit Sichel, Iolaos mit Feuerbränden): 4. Münze von Phaistos Ende des 5. Jhdts. CGC Grete pL XV 10 8. Svoronos Numismatique de la Crète ancienne 262, 58 Tat 24, 16. Cat. of Greek coins in the Hunterian coli Glasgow II 193, 8 Taf. XIII 14: Herakles mit Keule (mit Keule auch auf dem Skarabäus Furtwängler Antike Gemmen Taf. XI X 8 und wohl auf dem Sarkophage, Bull. hell. XVm 210; auf dem Skarabäus ist die H. als einfache Schlange gebildet, dieser Typ öfter, als H. auf Sarkophagen dadurch gesichert, daß sie zur zweiten Tat des Dodekathlos gehört; wäre 20 dies nicht der Fall, könnte man auch an den Kampf gegen den Hesperidendrachen Ladon denken).

In späterer Zeit wurde der H.-Typus nach dem der Echidna vielfach umgebildet und mit ihm vermengt. Beide Wesen sind im letzten Grunde einmal gleich gewesen (v. Wi lamo w i tz Herakles² 468, 1), da ja auch ξχώνα nur die Schlange bezeichnet; man hat sie jedoch in der älteren Zeit unserer literarischen Überlieferung 30 differenziert und genau unterschieden. Die Vermengung beider ist dann erst wieder ein sekundärer Prozeß und wohl ähnlich wie die der Harpyien und Seirenen in der hellenistischen Epoche erfolgt (Ansätze dazu bereits bei Eurip. Moen. 1135; vgl. Schol. a. O.), vgl. Urlichs Verhdlg, der Görlitzer 40. PhiL-Vers. 312ff. Taf. Bo ßb a ch Griech. Antiken 4 arch. Mus. zu Breslau II 1. Helbig Führer I² nr. 413. Bobert Antike SarkophagreL III 1,117f. Fig. 99 b: menschlicher 40 Oberkörper, der Leib in neun Schlangen auslaufend. Mindestens ebenso alt ist, wie Dragendorff Böm. Mitt. X 210 (vgl. Bobert a. O. 167f.) durch eine Calener Flachreliefschale (3./2. Jhdt. Pagenstecher Arch. Jahrb. Erg. VIII 29, Abb. 10 [11]) nachweist, der Typus bei Bobert a. O. III Fig. 101-103.105-107: Schlange mit unmittelbar ansetzendem Frauenkopfe, aus dem Schlangen hervorwachsen. Weitere Typen, die zum Teil Ähnlichkeit mit den Gigantendar-50 Stellungen zeigen, Bobert a. O.118 und Bräuer Numismatische Ztschr. (Dressel und Menadier) XäVUI 49ff. (bemerkenswert die Münze des L. Verus aus Prusias am Hypios: am Leibe zwei Drachenbeine mit Krallen).

Zu den Münzen und Gemmen vgl. Imhoof-Blumer und Keller Tier- und Pflanzenbilder auf Münzen und Gemmen XI 38f. XVI 12f. und Bräuer a. O. 47ff.

[Sittig. ]