RE:Hyperberetaios
| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |
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| Monat des makedonischen Kalenders | |
| Band IX,1 (1914) Sp. 252–253 | |
| Scan: 252–253, OCR | |
| Register IX,1 | Register hi |
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Zitierempfehlung
Ernst Bischoff: Hyperberetaios. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Band IX,1 (1914), Sp. 252–253, digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/RE:Hyperberetaios | |
Hyperberetaios (Ὑπερβερεταῖος), zwölfter Monat im altnationalen, mit der Herbstnachtgleiche beginnenden makedonischen Lunisolarkalender, entsprechend dem athenischen Boedromion (julianisch August/September); vgl. K. F. Hermann Über griech. Monatsk. 101ff. Er findet sich teils in Makedonien selbst, wie z. B. in Briefen König Philipps V. an die Larisaier im J. 219 und an die Abaier im J. 208 v. Chr, Athen. Mitt. VII (1882) 64, 9. Bull. hell. VI (1882) 171 = Dittenberger Syll² 238 und 253, teils in Ägypten, z. B. in Gleichungen mit dem römischen Monatsnamen Kaisareios, Ox. pap. I 136, 73, 4. II 313, 380. IV 200, 722, 2, teils in Urkunden von andern aus dem Alexanderreich hervorgegangenen Staaten, auch noch im römisch-orientalischen Sonnenjahr; vgl. z. B. Le Bas III 700, 1. 1611, 53. 1984b (Ὑπερβερετέος). 2562g. 2571c. 2601, 10. 2692, 2. 2698, 1. Bull. hell. XI (1887) 450, 10, 1. XXI (1897) 44, 19, 3 (Ὑπερβερετέος). Österr. Jahresh. III (1900) Beibl. 27, 19, 2. Ebenso ist der Name belegt in Urkunden des bosporanischen Reichs und zwar bis ins 4. Jhdt. n. Chr.; vgl. Latyschew Inscr. ant. Pont. Eux. II 42 p. 310, 367¹, 12. Das Hemerologium [253] Florentinum (Ideler Handb. d. Chronol. I 419ff.) läßt den H. bei den Arabern am 18. September, in Askalon am 28. Oktober, in Ephesos am 24. August, in Gaza am 28. September und in Tyros am 19. Oktober beginnen und ihn überall mit Ausnahme von Ephesos, wo ihm 31 Tage gegeben werden, 30 Tage dauern; er entspricht in Antiocheia dem Oktober, in Lykien und in Sidon, wo die makedonischen Namen einfach auf die julianischen Monate gleicher Ordnungsnummern übertragen werden, dem Dezember und ist in Askalon, in Tyros und vielleicht zeitweilig in Antiocheia (vgl. Kubitschek österr. Jahresh. VIII [1905] 98ff.) Anfangsmonat. Das Einführungsdekret des Sonnenjahrkalenders der Provinz Asia weist ihm als zwölftem Monat 30 Tage zu (Athen. Mitt. XXIV [1899] 290, 70 = Dittenberger OGI 458, 71). H. heißt ohne Zweifel auch der zehnte Monat im römischen Sonnenjahrkalender der Provinz Kreta; der Ὑπερβέρετος (-έτης; s. d.) des Hemerologiums ist sicher Korruptel; der kretische Monat war 31 tägig und umfaßte die Zeit vom 23. Juni bis 23. Juli. Dagegen ist Löllings Ergänzung [Ὑπερ]β[ερε]τ[α]ίον auf einer Inschrift von Matropolis (Palaeokastro), Athen. Mitt. VIII (1883) 210, 9 (= IG IX 2, 279), schwerlich richtig, da die Thessalier wohl auch unter makedonischer Herrschaft ihren alten Kalender behielten und der H. nur als makedonischer Monat bekannt ist; vgl. Hiller v. Gaertringen IG IX 2, Index VI 4. Der H. empfing seinen Namen wohl von einem Fest Ὑπερβερεταῖα, das nach Hoffmann Die Makedonen 108 einem Ζεὺς ὑπερβερέτας (vgl. Fick Orient und Occident II 720) galt, eine Deutung, die vor der Ableitung des Namens von *ὑπερβερετή d. h. einer Prozession der ὑπερβέρεες oder ὑπερβόροι, die die Opfergaben nach Delphoi überbrachten (Gruppe Gr. Myth. I 718b), den Vorzug verdient. S. auch die Art. Hyperbeletaios, Hyperbereteas, Hyperbereteos, Hyperb(er)etheus, Hyperberitos, Yperbeteos.