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RE:Kalos

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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a. Künstler d. mittleren der drei athen. Eumenidenstatuen b) Inschr. auf Münzen
Band X,2 (1919) Sp. 1758–1759
Scan: 1758–1759, OCR
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Zitierempfehlung
Georg Lippold, Kurt Regling: Kalos. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Band X,2 (1919), Sp. 1758–1759, digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/RE:Kalos

Kalos (Κάλως) heißt bei Clem. Alex. Protr. III 47 der Künstler der mittleren der drei athenischen Eumenidenstatuen, wofür Polemon im 4. Buch gegen Timaios zitiert wird (Preller Pol. frg. p. 72ff.). Daß diese Nachricht besser ist als die des Schol. Aesch. c. Timarch. 188, wo der als Künstlername geläufigere Kalamis genannt ist, hat Furtwängler (S.-Ber. Akad. Münch. 1907, 163f.) aufs neue gegen Studniczka Kalamis 7f. nachgewiesen. Phylarch (Schol. Oed. Kol. 39) hatte behauptet, es seien nur zwei Eumenidenstatuen vorhanden, womit er offenbar die des Skopas meinte, die nach Polemon zu beiden Seiten der des K. standen. Bei den Statuen des Skopas wird von Polemon das Material, Lychnitesmarmor, besonders genannt, also war die dritte aus anderem Material. Danach ist nicht wahrscheinlich, daß die drei Statuen gemeinsam von Skopas und K. geschaffen wurden. Sie können also zu verschiedenen Zeiten entstanden sein. Dann kann unter K. der mythische Neffe des Daidalos (o. Bd. IV S. 1996) gemeint sein, wozu das [1759] anscheinend geringere Material – wohl Holz – passen würde. Die Zuweisung braucht nicht einfach Vermutung zu sein, sondern kann auf einer Künstlerinschrift beruhen, die dann – in Verbindung mit dem hochaltertümlichen Charakter des Werkes – die Einführung des K. in die Daidalossage veranlaßt hätte. Der Widerspruch zwischen Phylarch und Polemon erklärt sich entweder (Amelung Röm. Mitt. XXI 1906, 285ff.) so, daß bald nach Phylarch zwischen den Statuen des Skopas das ehrwürdige alte Kultbild (das ursprünglich gar keine Eumenide gewesen sein muß) neu aufgestellt wurde, oder wahrscheinlicher, daß Skopas die beiden Statuen zu der schon vorhandenen des K. hinzufügte, Phylarch aber wegen der Verschiedenheit des Stils und Materials die Zusammengehörigkeit nicht bemerkte (vielleicht auch die Statue des K. für eine andere Göttin hielt); Polemon schreibt offenbar zur Berichtigung der älteren Ansicht. Es konnte natürlich ein Künstler wie Skopas, auch ohne sich an das Material des alten Bildes anzuschließen und ohne zu archaisieren, eine einheitlich wirkende Gruppe schaffen, namentlich da das archaische Werk in der Mitte stand. Die Statuen erwähnt auch Paus. I 28, 6 ohne nähere Angaben, nur mit der Bemerkung, sie hätten nichts Schreckenerregendes. Brunn Gesch. d. griech. Künstler I 320.

Kalos-Inschriften auf Münzen: in erotischer Spielerei finden sich auf einer Drachme von Skotussa in Thessalien (5. Jhdt. v. Chr.) die Worte ΔΕΙΝΙΣ ΚΑΛΑ nachträglich von irgend einem Besitzer eingeritzt, anderwärts kommt ΦΙΝΤΕΡΑ (statt φιλτέρα?) sowie Namensanfänge vor. Babelon Traité des monn. I 678 (doch tilge dort den angeblichen Graffito ΚΑΛΑ, vgl. Regling Terina 30). Über Καλός auf Vasen s. W. Klein Die griech. Vasen mit Lieblingsinschr.