RE:Karpasia
| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |||
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| Stadt an d. NO-Spitze d. Insel Kypros | |||
| Band X,2 (1919) S. 1996–1999 | |||
| Bildergalerie | |||
| Register X,2 | Register k | ||
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Karpasia (Καρπασία), Stadt an der Nordostspitze der Insel Kypros, deren Name später [1997] F iw narpaeiB.}}
auf die ganze Halbinsel Übertragen wurde. Das älteste Zeugnis ist Helfen. 147}} Mj I 65) in einer Bonet nicht bekannten Schrift Ἰίυχριακά (s. o. Bd. V1U S. 132) bei Steph. Byz. a. «oi? Κύπρου ÿv ΠυγμαΜων ἔκτιοεν. Dann folgt Theop. X frg. eba. mit dem Ethnikon Καρπασεῖς, wahrscheinlich anläßlich der Expedition Kimons im J. 449 v. Chr., s. FHG I 298. Skyl. 103 erwähnt Καρχάοεια als eine Stadt im Nordosten der InseL Genauer bezeichnet die Lage der Stadt 10 K. mit einem Hafen Strab. XIV 682 gegenüber dem Vorgebirge Särpedon in Kilikien, also auf der Nordseite der hier 30 Stadien (öVs Krn) breiten Halbinsel, und Ptolem V 13 (14), 4 an der Nordküste am kilikischen Kanal (ἀνίῶν). Dasselbe ergibt sich aus Stadiasm. 314f. 178, wo die Lage von Καρπάσεια zum Vorgebirge Sarpe-don und zu andern Punkten der Nordküste von Kypros nach Entfernungen bezeichnet ist; der Hafen der Stadt war hiernach nur für kleine 20 Schiffe geeignet und dem Nordwind ausgesetzt. Dort landet 306 v. Chr. Demetrios (s. o. Bd. IV S. 2775) vor der Schlacht bei Salamis gegen Ptolemaios, Diod. XX 47, 2. Droysen Hellenismus II 2, 125. Niese Gesch. der griech. und maked. Staaten I 318. Auf die Lage im Nordosten der Insel weist auch die Notiz eines sonst nicht bekannten Demetr. Salamin, bei Steph. Byz. (FHG IV 382), daß die Stadt Καρβασία nach dem Wind κάρβας benannt sei. Letzteres 30 war in der Tat eine Lokalbezeichnung für den Ostwind in Kypros und Kilikien, wie ausführlich bei Oberhummer Die Insel Cypern I 202 dargetan ist. Eine andere Ableitung von κάρπασος – Baumwolle (o. Bd. III S. 168) ist sachlich unhaltbar, s. Oberhummer 285. Abweichende Formen des Namens gibt ein sonst unbekannter Xenagoras bei Steph. Byz. (Κάρπαθος), dann Dion. Bass. III (s. Dionysios Nr. 95 o. Bd. V S. 924) ebd. Κιννρειον tÔ' αἰπεινην Κραπάοειαν4θ und dessen Nachahmer Nonn. Dion. XIII 455 Κραπάοειαν (Hs. Κρεμάσειαν), ἄλιοτεφες οὐδας [1998] 'AarpaBi»).'
IWO
ἀρούρης. Plin. n. h. VI 80 zählt Carpasium ohne nähere Angabe unter den Städten der Insel auf, ebenso Καρπάθιον Hîerokl. 44. Const Porph. them. I 15. Für das Alter der Stadt zeugen einige Grabschriften in epicliorischer Schrift, Collitz Dialektinschr. I 142–145. Spätere Grabschriften von dort s. Bull. hell. III 172 nr. 23. 175 nr. 66. 350 (bei Aphendrika nordöstlich von Rhizokarpaso). Das Ethnikou Καρπαοεώτης findet sich CIG 1591 Z. 58 (3. Jhdt. v. Chr.) und CIA II 966 Z. 46f (Sieger in den Panathenäen nach 191 v. Chr.).
Seit dem 4. Jhdt. erscheint K. als Bischofsitz. Erzbischof Epiphanios von Salamis (Constantia, s. o. Bd. IV S. 953. VI S. 193f.) berief Philon t τὸν θρόνον τῆς παλεως καὶ τῆς ἐκκληῦίας τὸν Καρπαθίου, Pol. vita Epiphan. 49. 57 (in Epiphan. I 54. 62 Dind.). Le qui en Oriens Christ. II 1067f. Freiburger Kirchenler. IV 716. IX 2037f. Unsicher ist ein bei L e q u i e n a. a. O. genannter Bischof Hermolaos Καρτερίαν (Καρπαθίου?) πόλεως (um 451); vgl. Georg. Cypr. 214 Geiz, zu Georg. 1110 Καρπάαιν = Not. episc. I 1063 Parth. Die dort gegebene Städteliste wiederholt auch Nil. Doxap. 189 und nennt an letzter Stelle Κάρπαθος. Neben Philon nennt als Bischöfe von K. (Καρπααέων) der Chronist Leontios Machairas 18 (15. Jhdt.) einen Syne-sios und Sosikrates. Ebd. 36 die Form Καρπάοιν. Ein Bischof Epiphanios πόλεως Καρπαθίου ist neuerdings durch ein Bleisiegel nachgewiesen worden, nach der Zeitschrift ,The Owl‘ (Nikosia 1889) nr. 11 S. 87. Die Bulle Alexanders III. vom J. 1260 mit K. unter den vier griechischen SuffraganbistÜmern der Insel und Ἰωακείμ Καρπαθίου ἔπ., s. Mi g ne G. CIL 1544f. Vgl. ebd. 1546 nr. 17 über einen Bischof Johannes Καρπαθίων (Kypros) und ebd. 1566 locis... Carpasii in einer Bulle Sixtus’ IV. von 1472. Es war der Sitz des griechischen Bischofs von Famagusta, Mas Latrie Hist. de Chypre I 381. III 328. 622 (schon 1222). [1999] Weiteres Material zu den kyprisehen Biachofe-listen bei Hackett Hietory of the Orthodox Church of Cyprus (London 19 0p 240ff. 320.
Seit 1363 finden wir ein Lehen und 1469 eine Grafschaft des Namens K., MasLatrie ΠΙ165. 245. 498 u. ö. Eine venezianische Statistik um 1500 verzeichnet die Erträgnisse der »Contrada del Carpasso*, ebd. 495. Man sieht daraus, daß zu Ende des Mittelalters K. ein Landschaftsbegriff wurde und wie beute die ganze Halbinsel 1( bezeichnet, während die Ortschaft jetzt den Namen Rhizokarpaso führt, übrigens findet sich K. auch als Name eines maronitischen Dorfes im Nordwesten der Insel; s. die Karte zu Oberhummer Cypern.
Die Abgelegenheit der Halbinsel brachte es mit sich, daß sich dort eine Bevölkerung von eigenartigem Typus und Sitten erhalten konnte, s. Mas Latrie L'ile de Chypre (1879) 47, 408. Oberhummer Ztsch. d. Ges. f. Erdk., Berlin 2( 1892, 456. Hogarth Dévia Çypria (1889) 53ff. Deschamps Au pays d'Aphrodite (1898) 233ff. P. Schröder GlobusXXXIV(1878) 168ff. Ruinen fanden sich nördlich des 3 kl landeinwärts gelegenen Ortes Ehizokarpaso an dér Küste, darunter Reste einer byzantinischen Kirche, welche noch jetzt den Namen des ersten Bischofs H. Philon trägt; Beschreibung bei Schröder und Hogarth a. a. O. Ohnefalsch · Richter Kypros 30. Sakellarios Χνθρωχά I 157ff. 30 Vgl. obige Kartenskizze.