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RE:Latinus 3

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Mime zur Zeit Domitians
Band XII,1 (1924) Sp. 937–938
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Eugen Lieben, Ernst Diehl: Latinus 3. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Band XII,1 (1924), Sp. 937–938, digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/RE:Latinus_3

3) Latinus, mimus (Suet. Dom. 15. Schol. Iuv. 1, 36), actor mimicus (Schol. Iuv. a. O.), archimimus (Marius Maximus beim Schol. Iuv. 4, 53), derisor (Mart. I 4, 5; vgl. XIII 2, 3), dulce decus scenae, ludorum fama (Mart. IX 28, 1), parasitus ... Phoebi (ebd. 9), zur Zeit Domitians, dessen besonderer Gunst er sich erfreute (Mart. I 4. IX 28, 7. 10. Suet. Dom. 15). Der Kaiser bediente sich seiner als delator (Schol. Iuv. 1, 36. 4, 53 [nach Mar. Max.]), während er die kaiserliche Gunst in seinem Interesse auszunutzen verstand (Schol. Iuv. 4, 53, s. Friedländer-Wissowa Sittengesch. I 63. II 141). Mit diesen Zeugnissen und Tatsachen ist die Behauptung des Schol. Iuv. 1, 36 unvereinbar, L. wäre ein Freigelassener und Liebling Neros gewesen, dann aber als Mitwisser des Ehebruchs der Kaiserinmutter Messalina von Nero getötet worden. L. war ein Liebling des Publikums (Mart. IX 28, 1ff.), kreierte als Komiker (derisor) vornehmlich unsittliche Rollen (Mart. III 86, 3. Iuv. 6, 44), mit großem Heiterkeitserfolg (Mart. IX 28, 2): Rückschluß auf die sittlichen Qualitäten des zweifellos bedeutenden Künstlers im Privatleben erklärt Mart. IX 28, 5ff. als unzulässig. — Bühnenkollegen des L. waren die Schauspielerin Thymele (Mart. I 4, 5. Iuv. 1, 36) und Panniculus, der als secundarum actor und Bajazzo die Ohrfeigen in Empfang nahm, die L. austeilte (Mart. II 72, 3f. V 61, 11f.).

[Diehl. ]

[938] L. war Mitglied des Kollegiums der Parasiti Apollinis (über dieses s. Marquardt-Wissowa R. St.-V. III² 538, 5. Friedländer Sittengesch. II⁸ 476, 2): Mart. IX 28, 9. — Selbst als Angeber sehr gefürchtet (Schol. Iuven. IV 53), mußte er zu dem (ungenannten — vgl. Friedländer z. St.) delator magni amici seiner berühmten Kollegin Thymele schicken, um ihn für sich zu gewinnen: Iuven. I 36. — Ein Bildnis des L.: Mart. IX 28. Das Epigramm ist gedacht als Beischrift zu diesem Bildnis; ohne Grund vermutet Friedländer, es sei vielleicht gelegentlich des Rücktrittes des L. von der Bühne verfaßt. S. auch den Art. Mimos. — Von L. hat wohl der CIL XIV 2408[1] genannte Schauspieler Aelius Latinus seinen Namen entlehnt: Friedländer Sittengesch. II⁸ 638.

[Lieben. ]

Anmerkungen (Wikisource)

[Bearbeiten]
  1. ↑ Corpus Inscriptionum Latinarum XIV, 2408.