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RE:Laureolus

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Titel und Titelrolle eines Mimus des Catullus
Band XII,1 (1924) Sp. 1016–1017
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Ernst Diehl, Eugen Lieben: Laureolus. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Band XII,1 (1924), Sp. 1016–1017, digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/RE:Laureolus

Laureolus, Titel und Titelrolle eines Mimus des von Mart. V 30, 3 als facundus gezeichneten Mimographen Catullus (s. o. Bd. III S. 1796, 2) Der Held des Stückes, das kurz vor Caligulas Ermordung aufgeführt wurde (Joseph. ant. XIX 1, 13. Suet. Cal. 57), war ein Räuberhauptmann (ληστῶν ἡγεμών Joseph. a. O.), ehemaliger Sklave (Schol. Iuv. 8, 187), dessen Namen auf jeden Fall fingiert ist. Zu guter Letzt wurde L ans Kreuz geschlagen und den wilden Tieren vorgeworfen, sodaß es auf der Bühne unheimlich blutig zuging (Suet. Cal. 57. Mart. epigr. lib. 7, 4. Iuv. 8, 186f. nebst Schol. Tert. adv. Valent. 14). Martial berichtet im Epigr. lib. (7). daß Domitian einmal einen wirklichen Verbrecher die Rolle des L. spielen ließ, der nach der Kreuzigung in der Arena von Bären zerrissen wurde. Ein ähnliches Los wünscht Iuvenal (8, 186f. mit Schol.) dem den L. spielenden Mimen Lentulus, der möglicherweise mit dem Mimographen gleichen Namens bei Tert. pall. 4; apol. 15. Hier. adv. Rufin. 2, 20 identisch ist. — Teuffel-Kroll Gesch. der röm. Lit. II § 285, 1. M. Schanz Gesch. der röm. Lit. II 2 § 417. H. Dessau Prosopogr. imp. Rom. II 267. 86. Friedländer-Wissowa Sittengesch. II 91. 113f.

[Diehl. ]

Aus den einzelnen Zügen, die sich hier und da verstreut finden, läßt sich von der Handlung des Stückes etwa folgendes Bild gewinnen: L. ist ein durchtriebener Sklave, der auf einem Bubenstücke ertappt wird. Er ergreift die Flucht und hält auch da noch seinen Herrn auf jede Art zum besten (Iuven. XIII 110 fugitivus scurra Catulli, wozu das Schol.: talis est enim mimus. ubi servus fugitivus dominum suum trahit, wird von Heinrich Ausgabe d. Iuvenal, mit großer Wahrscheinlichkeit auf L. bezogen — anders Ribbeck Comicor. Roman. fragm.³ p. 371) Später macht er sich zum Hauptmann einer Räuberbande und begeht die schlimmsten Verbrechen. Auf der Flucht wird er gefangen genommen und nachher ans Kreuz geschlagen. Seine Leiche dient den wilden Tieren zum Fraße (Mart. a. a. O., vgl. bes. v. 12). Während Friedländer (zu Mart. und Sittengesch. II⁸ 441), annimmt, daß dem Stücke die Schicksale einer historischen Person zugrunde lagen, wird dies von Dessau bezweifelt. Der Ausdruck Martials in quo, quae fuerat fabula, poena fuit scheint auch tatsächlich darauf hinzudeuten, daß solch eine Bestrafung eines Verbrechers, wie sie im Anfang des Gedichtes geschildert wird, bis dahin nur aus der Fabula, dem Stücke bekannt gewesen war; und daß in dem Stücke - nicht die Schicksale und das Ende [1017] einer historischen Person behandelt worden waren, zeigt das Tempus fuerat. Wenn es vorher bei Martial heißt vicerat antiquae sceleratus crimina famae, so geht fama nicht auf die sprichwörtlich gewordenen Verbrechen einer bekannten Person, sondern will sagen: alle Verbrechen, von denen die Vorzeit überhaupt (besonders die sagenhafte) zu erzählen wußte. H. Reich Der Mimus (Berlin 1903) I 149f. II 585. 745.

[Lieben. ]