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RE:Livius

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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römische Gens (mit Stammtafel)
Band XIII,1 (1926) S. 810814
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Livius [...] [811] [812] [813] [814] und her (Cie. fam. XIII 60, 1 f.). Er wurde deshalb, wohl nicht lange nachher, von dem wieder heinigekehrten Cicero einem C. Munatius C. f. warm empfohlen (ebd.). [‌Münzer,] [811] Drusus und bahnte seiner Familie den Weg zu weiterem Aufstieg. Denn das Reiterführeramt war bei neu in die Nobilität eintretenden Familien öfter die Vorstufe des Consulats (vgl. Röm. Adelsparteien 228, auch 144 [nach Mommsen St.-R. II 178, 8]), und so erscheint eine Generation nach dem Magister equitum im J. 452 = 302 der erste L. als Consul in den Fasten, Nr. 11, vielleicht ein Sohn des Magisters. Er war auch einer der ersten im J. 454 = 300 aus der Plebs hervorgehenden Pontifices und hinterließ seiner Familie einen gewissen Erbanspruch auf einen Platz in den großen Priesterkollegien. Von ihm bis zu dem Tribunen des J. 663 = 91 zeigt der Stammbaum insgesamt acht Generationen, und unter deren Vertretern haben vier solche geistliche Würden empfangen, alle zu sehr frühen Terminen; denn der Ahnherr wurde Pontifex bei der ersten Zulassung von Plebeiern, sein Enkel, Nr. 32, war 518 = 236 als Magister der Decem-viri sacris faciundis der älteste von diesen, der zweite livische Pontifex, Nr. 29, hat das Priesteramt mit etwa 23 Jahren übernommen und 41 Jahre lang innegehabt, und der dritte, Nr. 18, ist überhaupt nur einige 30 Jahre alt geworden. Bei der geringen Zahl der Gentilen und bei der Lückenhaftigkeit unserer Priesterlisten ist dieser Anteil der Livier des 3. u. 2. Jhdts. ein Beweis für die Gleichstellung ihres ursprünglich nicht-römischen Adels mit dem des römischen Patriziats. Alter und Ansehen des Geschlechts wird gelegentlich für die Gesamtheit (Suet. Tib. 3, 1 [s. o.]. Consol. ad Liv. 331f. Diod. XXXVII 10, 2)

Stammtafel

12. Livius

11. M. Livius Den

13. M. Livi

32. M. Livius Sal

L. Aemilius Paulius, cos. 535 33. M. Liviui

II 538. f 538 *um 500. cos. 5 3

03 Cfi

L. Aemilius Paullus M. Liviu

  • 526 praet. 5 6 3. cos. 562

II 586. f 594

P. Cornelius Scipio Aemilianus *569 14. C. Livius eos. 6 0 7. II 620. eens. 612, f 625 f. M.

15. C. Livius Drusus 17. M. Livius Drusus *um 594. *um 596 cos. 642, cem

f um 654 t 045 oo Cornelia

18. M. Livius Drusus M. f. C. n. Mam. Aew *um 630. pontifei. trib. pleb. t 0$$ Lepidus Li’ cv Servilia cos. 67

19. M. Livius Drusus Claudianus *um 663

praet. 704? f 712 λ Alfidia

37. Livia Drusilla *696 .20.

t 782 = 29 n. Chr.

rw I II. Claudius Nero, praet. 712. f 721

Ω Imp. Caesar Augustus

Ti. Caesar Augustus Nero Claudius Dru [812] 24. M. Livius Macatus 540–546 in Tarent

5. II 547, dict. 547. eens. 550

davia Pacuvi f.

s Aemilianus

Drusus M. Acmiliaoi n., cos. 607

29. C. LiviusSalinator M. f. M. n.

  • um 520. pontif. 543 praet 552. II 5 6 3 cos. 566. f 584

34. Livia *um 601.

». t um 698 oo P. Rutilius Rufus

lilius 35. Livia

rianus cv I Q. Servilius 7 Caepio

II M. Porcins Cato

M. Livius Drusus Libo cos. 739

30. (Livius) Saiinator praet. um 624?

31. L. (Livius) Saiinator IHvir. mon. um 670

25. L Livius Ocella praet. um 704

26. LLivius Ocelle L.fquaest.

41. Livia Ocallina

SUS

os Ser. Sulpicius Galba coe.749

27. L. Livius Ocella = Ser. Sulpicius Galba = Ser. Galba Imp. Caesar Augustus [813] von 663 = 91 Nr. 18 war ein Mann von hervorragender geistiger Bedeutung. Die genealogische Verbindung zwischen dem ersten livischen Consul M. Den ter 452 = 302, und dem zweiten, M. Salinator 535 = 219 (Nr. 33), kann nur vermutungsweise hergestellt werden, aber dennoch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, sobald die Möglichkeit zugegeben wird, daß die Livier des 3. Jhtds. in dem Gebrauche der Kogno-mina noch etwas willkürlich verfuhren (vgl. Böm. Adelsparteien 226. 228. 236). Den Beinamen des ersten Consuls, Denter, hat nach ihm keiner mehr geführt; dagegen darf vermutet werden, daß sein Sohn das ehrenvolle Kognomen des Großvaters, Drusus, wieder aufnahm; vermutlich hat er gleich dem Großvater mit Auszeichnung gegen die Kelten gekämpft (Nr. 13). Dessen Sohn, der Decemvir sacrorum von 518 = 236, hat aber wieder das Kognomen Drusus aufgegeben und statt dessen ein anderes, Salinator, angenommen (Nr. 32), denn die Erwerbung dieses Beinamens wird mit Unrecht seinem jüngeren und berühmteren Träger, Nr. 33, zugeschrieben, den Sueton als den einzigen, den Salinator schlechthin, betrachtet (s. o). M. Salinator, der Sieger von Sena, der in jedem seiner beiden Consulate einen Triumph feiern durfte, ist der zweite Begründer der Nobilität des Geschlechts geworden; von ihm gingen die Linien aus, die sich nun durch die erblich werdenden Beinamen Drusus und Salinator unterschieden. Die Bevorzugung der Pränomina M. und C. erlaubt es, den Stammbaum der Hauptlinie im 2. Jhdt. v. Chr. mit derselben Wahrscheinlichkeit aufzustellen, wie für das 3. Jhdt.; als Urenkel des Salinator erscheint dann M. Drusus Nr. 17, der gleich jenem in seinem Konsulat einen Triumph - den dritten von Sueton gezählten - errang und die Zensur erreichte. Sein Sohn, der vorzeitig dahingeraffte Volkstribun von 663 = 91, Nr. 18, bewahrte das Geschlecht vor dem Aussterben durch die Adoption eines Claudiers (Nr. 19), und dieser tat möglicherweise dasselbe, indem er einen Scribonier zum Sohne annahm (Nr. 20); aber er lebte noch mehr fort durch seine Tochter, die die Gemahlin des ersten und die Mutter des zweiten römischen Kaisers wurde (Nr. 37). Unsicherer ist die auf der Stammtafel versuchte Konstruktion der Nebenlinie. Sie geht von der Bd. I A S. 1902f. noch nicht erkannten Wahrscheinlichkeit aus, daß Salinator als erbliches Kognomen nur den Liviem eigen ist (vgl. Nr. 30. 31). Wenn demnach der von den Senatoren um 624 = 130 freigesprochene Salinator (Appian. belh civ. I 92) ein Verwandter der M. Livii Drusi Nr. 17 und 18 war, so hat sowohl zu der Einführung der Bittergerichte durch C. Gracchus, wie zu dem Versuch ihrer Beseitigung durch den jüngeren M. Drusus ein ungerechtes Urteil über einen den Drusi nahestehenden Mann den Anlaß gegeben. Der Gebrauch des Pränomens L. bei einem Salinator der Sullanischen Zeit (Nr. 31) und zwei Livii Ocellae der letzten republikanischen Zeit (Nr. 25. 26) ermöglicht es, diese für die letzten Sprößlinge der Nebenlinie zu halten; daraus folgt, daß in der Zeit des Erlöschens der alten Adelsgeschlechter ihre Erbtochter Livia Ocellina, Nr. 41, die' Stiefmutter und Adoptivmutter des späteren Kaisers Galba (Suet. Galba [814]

RE:Livius 1

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4, 1), zusammen mit der Erbtochter der Hauptlinie, der Kaiserin Livia Drusilla, die Tradition des Geschlechts aufrechthielt, und daraus erklärt sich auch das nahe Verhältnis des jungen Galba selbst zu der greisen Kaiserin (ebd. 5, 2). Inschriften von Liviern aus republikanischer Zeit, die nicht dem berühmten Geschlecht angeboren, fehlen fast ganz (zwei Aschentöpfe von Liviae CIL I2 1093f.);[1] in der Grabschrift (CIL F 1712): 10 M. Drusi M. I. Philodami | sibei et sueis. | vei-vont, vermochte Mommsen (Epigr. Schr. I 14) im J. 1850 ,nur einen M. Drusius Philodamus zu erkennen*, nicht den Freigelassenen eines der M. Livii Drusi.

  1. Corpus Inscriptionum Latinarum I, 1093.