RE:Macrinius 6
| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |
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| Macrin[i]us Vindex, M. pr(aefectus) pr(aetorio) 2. Jh. n. Chr. | |
| Band XIV,1 (1928) Sp. 166–167 | |
| Scan: 166–167, OCR | |
| Register XIV,1 | Register m |
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Zitierempfehlung Arthur Stein: Macrinius 6. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Band XIV,1 (1928), Sp. 166–167, digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/RE:Macrinius_6 | |
6) M. Macrin[i]us Vindex, pr(aefectus) pr(aetorio), e(minentissimus) v(ir), zugleich mit (M.) Bassaeus Rufus. In einer unvollständig und schlecht erhaltenen Inschrift aus Saepinum (CIL IX 2438[1] = Bruns-Gradenwitz Fontes⁷ 71) ist ein Brief dieser beiden hohen Beamten an die Gemeindevorsteher dieser Stadt zu lesen, worin sie die städtischen Behörden vor Übergriffen gegen die kaiserlichen Weidepächter warnen; beigegeben ist die Veranlassung dieses Einschreitens, die Briefe zweier kaiserlicher Fiskalbeamten, die sich über Gemeindefunktionäre der Städte Bovianum und Saepinum beschweren; ohne Zweifel ist ein ähnliches Schreiben der beiden Präfekten an Bovianum ergangen. Der Name des M. ist allerdings an allen drei Stellen, wo er vorkommt, in der Form Macrinus Vindex überliefert (vgl. Boissevain in seiner Dio-Ausgabe III 255), aber an der richtigen Herstellung des Gentilnamens ist nicht zu zweifeln, schon mit Rücksicht auf die Namen zweier bekannter Senatoren, des M. Macrinius Avitus Catonius Vindex und des M. Cl. Macrinius Vindex Hermogenianus. Die Urkunde läßt sich annähernd datieren dadurch, daß der eine Brief an die Praefecten von Cosmus Aug. lib. a rationibus stammt und dieser, wie wir wissen (CIL VI 455[2]), im J. 168 mit der Leitung des Fiskus betraut war. Am 10. März 168 war M. Bassaeus Rufus noch pr(aefectus vigilum), 1911, 450, dann [167] (und zwar nach dem 29. Aug. 168) Praefect von Ägypten (BGU III 903. PSI III 161) und noch vor dem Tode des Verus (etwa Februar 169) pr. pr., CIL VI 1599[3] (dazu 31838) = Dess. I 1326. Der in der Inschrift von Saepinum mitgeteilte Brief der beiden Praefecten ist also frühestens in den letzten Monaten des J. 168 verfaßt. Als Praefectus praetorio ist M. im Kampf gegen die Markomannen gefallen (um 172 oder kurz vorher) und vom Kaiser Marcus durch Errichtung dreier Statuen (geradeso wie sein Amtskollege M. Bassaeus Rufus, CIL VI 1599)[3] geehrt worden, Dio-Xiphil. LXXI 3, 5 (hier wird er Marcus Vindex genannt). Er ist wahrscheinlich identisch mit dem Präsidialprokurator in Dacien im J. 159, Macrinius ... (s. o. Nr. 1). Hingegen ist allem Anschein nach mit Unrecht geglaubt worden, daß er derselbe Vindex sei, der an der Spitze der Reiterei 6000 Langobarden und Obier, die über die Donau ins römische Reich eingefallen waren, zurücktrieb, Petr. Patr., Exc. de leg. II 391, 6 de Boor (= Dio LXXI 3, 1a S. 250f. Boissev. III); hier handelt es sich vielmehr um M. Macrinius Avitus Catonius Vindex, der damals in Oberpannonien Reiteralen befehligte; dieser war nach CIL VI 1449[4] = Dess. I 1107 praef. alae contar., praef. alae III Thrac. (s. Cichorius o. Bd. I S. 1239. 1266) und wurde nach dem Ausweis der eben zitierten Inschrift offenbar für diese Waffentat donat(us) donis mil(itaribus) in bell(o) Germ(anico) ab imp. M. Aur. Antonino Aug. Vgl. Ritterling Arch.-epigr. Mitt. XX 30. Er ist wohl der Bruder, nicht der Sohn des Gardepräfekten, da er sonst schwerlich erst eine so lange Karriere im ritterlichen Offiziers- und Verwaltungsdienst durchgemacht hätte, ehe er in den Senatorenstand aufgenommen wurde.