RE:Mazdak
| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |
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| Perser, Zeitgenosse des Sassanidenkönigs Kavades | |
| Band XV,1 (1931) Sp. 4–5 | |
| Scan: 4–5, OCR | |
| Register XV,1 | Register m |
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Zitierempfehlung Maria Assunta Nagl: Mazdak. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Band XV,1 (1931), Sp. 4–5, digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/RE:Mazdak | |
Mazdak, ein Perser, Zeitgenosse des Sassanidenkönigs Kavades (Kavádh 490–531), rief gegen Ende des 5. Jhdts. n. Chr. in der zoroastrischen Religion eine Sekte ins Leben, die durch Sozialisierung der Frauen und des Eigentums sowie durch Abschaffung der Klassenunterschiede eine neue Gesellschaftsordnung aufbauen sollte. Die byzantinischen Chronisten bringen diese Bewegung fälschlich mit dem Manichäismus in Zusammenhang (z. B. Theophanes), der Name M.s kommt bei ihnen gar nicht vor. Die Quelle für sein Leben ist einzig die Geschichte Persiens des [5] Arabers Et Tabari (französische Übersetzung des persischen Auszugs von Zotenberg, Paris 1867, 74, 4 Bde.). Als Kavades im Anfang seiner Herrschaft von seinen Großen bekämpft wurde, förderte er die von M. gegründete Sekte, um in ihr eine Stütze zu finden, er wurde aber von den Magiern und den Adeligen gestürzt. Erst mit Hilfe eines Hunnenstammes gelangte er wieder zur Regierung. Unter diesen Wirrnissen breitete sich M.s Anhängerschaft etwa 25 Jahre lang ungehindert aus, besonders infolge seiner Behauptung, seine kommunistische Lehre sei die einzige Lebensregel, die mit den Vorschriften Zarathustras in Einklang stehe. Erst als die Folgen der Bewegung, eine Kindergeneration, die ihre Eltern nicht nachweisen konnte, und wachsende Verwirrung in den Besitzverhältnissen zutage traten, erschrack der König und die Priesterschaft und faßte den Plan, sie zu vernichten. (Dieser Bericht aus einem in der Übersetzung Zotenbergs nicht enthaltenen Fragmente von Tabari bei Nöldecke, Aufsätze zur persischen Gesch., Leipzig 1887, 154.) Eine List des Thronfolgers Chosroes brachte M. und seine Jünger in die Gewalt des Königs. Auf einem weiten Platz sammelten sich ihre Anhänger, angeblich, um nach der Abdankung des Kavades die Herrschaft Chosroes' zu stützen. Die Truppen umzingelten jedoch den Platz und machten sie nieder. Dort ging auch M. zugrunde. In allen Provinzen machte darauf eine blutige Verfolgung der Sekte ein Ende.