RE:Pluvius

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band XXI,1 (1951), Sp. [1951 1052]
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Pluvius. Der uns durch Goethe (Wanderers Sturmlied) vertraute Beiname Iuppiters, welcher den Gott als ‚regenspendenden‘ bezeichnet, war kein Indigitamentum des römischen Staatskultes, der den Gott in diesem Bereiche als Iuppiter Elicius verehrte. Die römische Literatur kennt Iuppiter P. nur in der Dichtung: Tibull. I 7, 26 (zitiert von Sen. qu. n. IV a‚ 2, 2), Statius Theb. IV 765f. Anth. lyr. I 1 nr. 395, 46 Riese, woraus zu schließen ist, daß Iuppiter P. Übersetzung von Ζεὺς ὑέτιος (s. o. Bd. IX S. 89) war und diese Vorstellung von Iuppiter römischem religiösem Denken ursprünglich nicht angehörte. Dem widerspricht auch nicht die Weihung Iovi Pluvia[li] CIL IX 324 = Dess. II 3043. Denn da der Stein aus Canusium stammt, wird Pluvialis auf vorrömisch-messapische Verehrung zurückgehen, die ihrerseits, wie vieles in diesem Gebiete, griechisch beeinflußt sein kann. Literatur: Preller-Jordan Röm. Myth. I 190, 1. Wissowa Religion² 120, 10.