RE:Salvius 20
| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |
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| M. Salvius Otho, Münzmeister 8 v. Chr., Prätor, Großvater des Kaisers Otho | |
| Band I A,2 (1920) S. 2034–2036 | |
| Scan: 2034–2036, OCR | |
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20) M. Salvius Otho entstammte einer altangesehenen Familie aus Ferentum in Etrurien (Suet. Otho 1). Für die etruskische Herkunft spricht der Name Otho sowohl sprachlich, als auch durch die Vererbung in drei Generationen (vgl. Nr. 17. 18. 19. 21), die diesem Cognomen den Charakter einer Familienbezeichnung verleiht, eine Eigentümlichkeit ,der für das etruskische Onomastikon in Anspruch genommenen Cognomina’ (Schulze Lat. Eigennamen 202; 316). Die Angaben von Tac. hist. II 50 und Suet. a. a. O. (vgl. Bormann in CIL XI p. 454)[1] über die Zugehörigkeit der Familie zur [2035] Stadt Ferentum erhielten durch die daselbst gefundene Inschrift: M. Sal[vio Othoni Aug.] tribu[nic(ia) potest(ate)] municipe[s... ihre urkundliche Bestätigung ( 1911, 22). Sein Vater gehörte dem Ritterstande an, seine Mutter war niedriger, vielleicht unfreier Herkunft (Suet. a. a. O.: incertum an ingenua). Nach demselben Berichte wuchs S. im Hause der Livia auf und gelangte per gratiam Liviae Augustae zum senatorischen Stande. Damit war für den baldigen Aufstieg der Familie, der am Kaiserthrone selbst sein Ende finden sollte, die Grundlage geschaffen. Das angesehene Amt eines Münzmeisters bildet den Anfang seiner Amtslaufbahn. Er übte es im J. 746 = 8 v. Chr. als Kollege von P. Lurius Agrippa und M. Maecilius Tullus aus (Lenormant Monnaie d. l’antiquité III 181 erwähnt ihn nach Mommsen Röm. Münzw. III 8 noch unter sechs einzelnen Münzmeistern. L. Forrer Biographical Dict. of Medallists etc., London 1912, I). Von den diesem Kollegium zuzuweisenden Münzen, die ausschließlich Kupferasse sind, tragen S.s Namen (vollständig mit der Amtsbezeichnung lllvir a(ere) [2036] a[rgento) a(uro) f(lando) I(eriundo) um S. C.) die bei Cohen I verzeichneten nr. 515. 516. 518 (gewöhnliche Asse). 517–519 (schwerere Asse mit dem Bilde des Augustus und einer kleinen Victoria, die auf einen Triumph, mit ziemlicher Sicherheit auf den des Tiberius über die Germanen vom 1. Jänner 7 v. Chr., bezogen werden). Die Zusammenstellung der Münzmeister bei Willers Röm. Kupferprägung 150ff. 175 bestätigt die Datierung Cohens für das J. 8; dadurch wird die frühere Annahme, S. habe im J. 11/10 geprägt, wohl überholt (Babelon II 415f. bzw. II 96f., 326–329. Numism. Ztschr. XXIX (1898) 67. Numism. Chronicle 1904 pl. 14, 9). Über S.s Quaestur ist nichts Näheres bekannt. Seine Amtstätigkeit endete mit der Praetur (Tac. hist. LI 50: avus [sc. Othonis imp.] praetorius. Suet. a. a. O.: senator est factus nec praeturae gradum excessit). Seine Gemahlin wählte er aus vornehmer Familie (genere praeclaro Suet a. a. O.). S. war der Großvater des Kaisers Otho (Nr. 21, vgl. Nr. 17 und 19).
Stammtafel der Familie: