RE:Gennesar 2

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band VII,1 (1910), Sp. 1175
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2) Der See von Tiberias, der wie im Alten Testament nach der Stadt Kinnereth, so in christlicher Zeit nach der Ebene G. benannt wurde (Euseb. Onom. 239, 8. 273, 96 Γεννησαρῖτις λίμνη = Hieron. ebd. 107, 32. 111, 22. 129, 28 stagnum Gennezar oder Genesareth. 1 Makk. 11, 67. Luc. 5, 1), sonst auch ἡ θάλασσα τῆς Γαλιλαίας (Matth. 4, 18 u. a.) oder τῆς Τιβεριάδος (Joh. 21, 1) genannt; heute Baḥr eṭ-Ṭabarīje. Die Beschreibung des Sees durch Josephus s. bell. Iud. III 10, 7; die Länge ist mit 140 Stadien zu groß, die Breite mit 40 Stadien zu klein angegeben; der See hat 21 km Länge, 9,5 km größte Breite und 170 qkm Oberfläche. Seine Tiefe beträgt in der Mitte 50–70 m; sein Wasserstand wechselt nach den Jahreszeiten. Der Seeboden ist mit feinen und groben Basaltstücken bedeckt. Das schöne blaue Becken mit den umgebenden Höhenzügen macht einen freundlichen Eindruck. Der Seespiegel liegt 208 m unter Mittelmeer. Im Altertum wurde der See viel befahren; jetzt gibt es nur wenige elende Fischerbarken. Der See ist reich an guten Fischen; verschiedene Arten kommen sonst nur in den Gewässern der Tropenländer vor. Interessant sind der Chromis Simonis, dessen Männchen die Eier und Jungen im Maul herumträgt, und der Clarias Macracanthus, der Coracinus des Josephus (bell. Iud. III 10, 8), welcher schreit. In alter Zeit wurde daher behauptet, daß die Quelle Kapernaum eine Wasserader des Nil sei, weil dieser Fisch sich auch im Alexandrinersee findet (Joseph. a. a. O.). Literatur: Macgregor The Rob Roy on the Jordan; sonst s. die bei Galiläa und Palästina genannte Literatur.